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In 6 Wochen zum Energiefachmann


Berlin, Leipzig – 12.06.2007. „Wer auf globalisierten Märkten bestehen will, braucht
Mitarbeiter, die branchenspezifisches Fachwissen haben und sich den immer schneller
verändernden Marktanforderungen stellen können“, so Christopher Seibel, Leiter Personal bei
der VNG – Verbundnetz Gas AG und gleichzeitig Vorsitzender des Hauptausschusses
Personal im Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW). Seibel fasst
damit einen Trend zusammen, mit dem sich viele Wirtschaftszweige seit einigen Jahren
konfrontiert sehen. Die Energie- und Wasserbranche trifft dieser Ausspruch in besonderem
Maße. Schließlich fordern die zunehmend internationalen Beschaffungs- und Absatzmärkte
oder der regulierte Handel und Transport ein praktisch wie wissenschaftlich fundierteres
Berufsbild.
Am Dienstag informierte der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft
(BGW) bei einem Pressegespräch in Leipzig über diese neuen Aufgabenfelder und
veränderten Arbeitsplatzanforderungen, denen sich Mitarbeiter und Auszubildende von
Energie- und Wasserversorgern stellen müssen. Grundlage war eine Befragung der
Universität Leipzig unter den 20 wichtigsten deutschen Unternehmen der Energie- und
Wasserwirtschaft. 77,6 Prozent der befragten Unternehmen waren der Meinung, dass vor
allem energie- und wasserwirtschaftliche Rahmenbedingungen zu den zukünftig wichtigsten
Fachkenntnissen zählen werden, gefolgt von modernen Strategien zur Energiebeschaffung
(69,2%) sowie technischem und ökologischem Grundlagenwissen (47,8 %). Durch die
wachsende Kundenorientierung in der Energiewirtschaft besteht auch ein hoher
Weiterbildungsbedarf im Dienstleistungsmanagement. Das betrifft besonders die mittlere
Führungsebene. Neben den zukünftig wichtigen Fachkenntnissen haben BGW und Universität
Leipzig in der Studie ebenfalls untersucht, wie die aktuelle kaufmännische Aus- und
Weiterbildung den veränderten Qualifikationsanforderungen gerecht wird. Dabei haben sich
erhebliche Qualifikationsdefizite ergeben. Über 90 Prozent der befragten Unternehmen sind
sich beispielsweise darüber einig, dass Auszubildende weder die rechts-, wirtschafts- und
ordnungspolitischen Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft kennen noch technisches
Fachwissen vorweisen. Oftmals verstehen sie deshalb nicht, wie die nationalen und
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internationalen Beschaffungs- und Absatzmärkte funktionieren, sich Preise bilden oder der
Handel mit Energie erfolgt. Aufgrund der Ergebnisse sind BGW und Universität Leipzig zu
dem Schluss gekommen, dass die wichtigsten fachlichen Kenntnisse durch die aktuelle
Berufsausbildung nicht abgedeckt werden und neue branchenspezifische Aus- und
Weiterbildungskonzepte notwendig sind.
Mit der neuen Zusatzqualifikation zum Kaufmann / zur Kauffrau in der Energie- und
Wasserwirtschaft stellte der BGW zusammen mit dem Lehrstuhl für Berufs- und
Wirtschaftspädagogik der Universität Leipzig jetzt erstmalig ein solches Projekt vor. Die
Weiterbildungsmaßnahme wurde in Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der
Energie- und Wasserwirtschaft initiiert, darunter E.ON Ruhrgas AG, VNG – Verbundnetz Gas
AG und Berliner GASAG. Das Angebot richtet sich in erster Linie an kaufmännische
Auszubildende und an Fachkräfte, die bereits einen kaufmännischen Abschluss in der Tasche
haben. In nur sechs Wochen lernen die Teilnehmer alle Facetten der Branche kennen. Dazu
zählen unter anderem die veränderten rechts- und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen,
das Handeln auf liberalisierten Märkten, Unbundling, Benchmarking, Shared Services und
Internationale Rechnungslegung sowie Kundenbetreuung und -beratung. In der ersten Phase
werden zusätzlich die Wahlbereiche Gas, Wasser/Abwasser und Strom angeboten. Eine
Erweiterung um die Wahlbereiche Fernwärme und erneuerbare Energien ist geplant. Für den
Praxisbezug sorgen Dozenten namhafter Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft.
Die Ausbildung wird in Leipzig durchgeführt und mit der Zertifizierung durch die IHK auch
bundesweit anerkannt.
Die ersten 18 Teilnehmer haben Ihre Zusatzqualifikation bereits am 4. Juni in Leipzig
begonnen. Sie kommen aus ganz Deutschland – von Unternehmen wie der VNG in Leipzig,
der BASF Pharma Chemikalien GmbH in Minden, der E.ON Ruhrgas in Essen, der E.ON
Hanse in Quickborn, der Energieversorgung Mittelrhein in Koblenz oder der Gazprom
Germania in Berlin. Auch die Stadtwerke Dietz, Göttingen und Wertheim sowie die Thüga AG
in München und die Berliner GASAG haben Auszubildende aus ihrem Unternehmen zur
Weiterbildung nach Leipzig geschickt, um sie für die zukünftigen Aufgaben fit zu machen.
Die Zusatzqualifikation, die einmalig in Deutschland mit der Universität Leipzig als
wissenschaftlichem Partner durchgeführt wird, hat bereits große Anerkennung erfahren. In
Zukunft steht deshalb auch dem möglichen Ausbau der Zusatzqualifikation zu einem eigenen
Bachelor-Studiengang nichts mehr im Wege.
Nähere Informationen zur Zusatzqualifikation erhalten Sie im Internet unter www.kaufmannenergie-
wasser.de
Kontakt Universität Leipzig
Prof. Dr. Fritz Klauser
Professur für Berufs- und Wirtschaftspädagogik
T: (0341) 9731480
E: klauserrz.uni-leipzig.de
Kontakt BGW Hauptausschuss Personal
Christopher Seibel
Vorsitzender des BGW Hauptausschusses Personal
T: (0341) 443 2042
E: christopher.seibelvng.de

Quelle: oak media GmbH / pressbot.net

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WWW: www.oak-media.de
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14.06.2007 - 10:37 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 800 X