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Wenn Steinbrüche zum Refugium werden


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(djd/pt). Beim Abbau von Rohstoffen nutzt die Industrie oft zunächst gewachsenes Natur- oder Kulturland. Das ist auch beim Abbau von Sand, Kies oder Kalk für die Bauwirtschaft nicht anders. Allerdings werden die Abbauflächen, oftmals schon während ihrer Nutzung, von Arten besetzt, die im eng besiedelten und kultivierten Deutschland heute kaum noch ihren angestammten Lebensraum vorfinden. Unternehmen wie HeidelbergCement planen die Rückführung an die Natur schon, wenn sie einen neuen Steinbruch erschließen. So werden wertvolle Deckschichten aus Mutterboden abgetragen, zwischengelagert und nach dem Abbau wieder dem Boden zurückgegeben. Die Unternehmen kümmern sich heute aber nicht nur um die Wiederherstellung des vorherigen Zustands, sondern schaffen vielerorts neue Biotope und pflegen sie. Darauf weist Dr. Michael Rademacher, Verantwortlicher für Naturschutz und Rekultivierung bei HeidelbergCement, anlässlich des Welttierschutztags am 4.10.07 hin. Der Biologe ist verantwortlich dafür, dass Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen zu ihrem Recht kommen.



Gut für Mensch und Tier: Naturlehrpfad Nußloch



Im Steinbruch Nußloch etwa haben sich der Steinschmätzer, eine selten gewordene Drosselart, die blauflügelige Ödlandschrecke und einheimische Orchideen angesiedelt. Nach aufwändigen Planungen wurde dort ein Naturlehrpfad eingerichtet, da die Bevölkerung und besonders Schulen großes Interesse an der Besichtigung der renaturierten Landschaft zeigte. "Das Gute an diesem Weg", berichtet Rademacher, "ist auch, dass wir damit nicht nur die Besucher für den Steinbruch begeistern können, sondern sie zugleich davon abhalten, in Areale mit besonders schützenswerten Arten hineinzulaufen und aus Unkenntnis Schaden anzurichten."



Nischen für selten gewordene Arten



Die Uferschwalbe findet heute ihren natürlichen Lebensraum - weiche Steilwände, in die sie ihre tiefen Nisthöhlen graben kann - vor allem in Steinbrüchen, da ihr natürlicher Lebensraum an Prallwänden von Flüssen durch die Regulierung der Wasserläufe kaum mehr vorhanden ist. Der Flussseeschwalbe dagegen helfen künstlich geschaffene schwimmende Brutinseln auf Baggerseen, Ersatz für die an Flussufern immer seltener zu findenden Sandbänke. Sogar seltene Greifvögel wie der Seeadler fühlen sich in großen, künstlich entstandenen Seenlandschaften wie Langhagen in Mecklenburg-Vorpommern wieder wohl. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass die Artenvielfalt in vielen Steinbrüchen das umliegende Kulturland weit übertrifft.

Quelle: djd / pressetreff.de

11.09.2007 - 9:06 Quelle: pressetreff.de | Gelesen: 281 X