Europameisterschaft fordert viel Energie: Ein Kernkraftwerk für die Halbzeitpause
Wenn am kommenden Sonntag in Wien das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft angepfiffen wird, erwartet die Energiewirtschaft ein ähnliches Phänomen wie die so genannte Gänsebratenspitze zu Weihnachten: Der Stromverbrauch wird kurzfristig ansteigen. Doch die Fans vor den heimischen Bildschirmen brauchen keine Angst vor einer Überlast zu haben. Auch wenn deutlich mehr Energie verbraucht werden wird, als an normalen Sonntagabenden, ist die Versorgung gesichert.
Dass zu einem spezifischen Zeitpunkt ein extremer Anstieg des Stromverbrauchs zu verzeichnen ist, ist ein zum Beispiel am 1. Weihnachtstag zu beobachtendes Phänomen. Zwischen 11.00 und 13.00 Uhr steigt dann der Verbrauch um bis zu 30 %, da bundesweit die Backöfen mit Gänse- und anderen Braten bestückt werden. So erklärt sich der Begriff Gänsebratenspitze.
Kommenden Sonntag hingegen werden bundesweit über 30 Millionen Fernseher eingeschaltet sein, wenn der italienische Schiedsrichter Rosetti die deutschen Kicker ins Finale schickt. Da die Wettervoraussagen warme Temperaturen versprechen, werden zudem die mit reichlich Getränken befüllten Kühlgeräte in der Energiebilanz zu Buche schlagen.
Auf Nachfrage von www.energieverbraucherportal.de reagiert man bei RWE jedoch ganz gelassen und weist darauf hin, dass für die deutschen Versorger eine solche Spitze beim Energieverbrauch Routine sei. Gar nicht mal die hohe Zahl an eingeschalteten TV-Geräten führe zu Auffälligkeiten. Ein spürbarer Anstieg sei jedoch beim gestrigen Halbfinal-Pausenpfiff zu verzeichnen gewesen. Im von der RWE Transportnetz Strom betreuten Gebiet schnellte der Verbrauch da kurzfristig um 800 Megawatt in die Höhe. Dies entspricht in etwa dem Verbrauch einer mitteleuropäischen Millionenstadt und der Nennleistung des Kernkraftwerks Brunsbüttel. Das millionenfache Öffnen der Kühlschränke, um nervenberuhigende Kaltgetränke zu entnehmen, sei hierfür wohl die Ursache gewesen. Ähnliches wird für das Finalspiel erwartet.
Aus Versorgersicht ist eine andere Entwicklung mindestens ebenso spannend: Ebenfalls in der Halbzeitpause sowie kurz nach Ende des Spiels steigt erfahrungsgemäß der Wasserverbauch in ungeahnte Höhen - da nach der kollektiven Pinkelpause die Klospülungen in deutschen Haushalten fast synchron betätigt werden.
Quelle: De-Media.de GmbH / pressbot.net
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26.06.2008 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 260 X

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