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Orang-Utans: Mutter gegessen, Baby verkauft




Studie: Wilderei und Handel gefährden Borneos Menschenaffen. Start der Orang-Utan-Aktionstour des WWF durch 50 Städte auf dem Balkon der Alten Oper in Frankfurt.

Hinweis: Fotos und TV-Klammermaterial zum Orang-Utan-Handel können bei Ralph Kampwirth (Tel. 0151-12151086) angefordert werden.

Frankfurt, 17.06.2005 - Wilderei und illegaler Handel gefährden die letzten asiatischen Menschenaffen, die Orang-Utans. Allein im indonesischen Teil der Insel Borneo - Hauptverbreitungsgebiet der Orang-Utans - fallen jedes Jahr bis zu 1.100 Tiere skrupellosen Artenschmugglern zum Opfer. Dies ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten WWF-Studie. Zugleich startete der WWF im Rahmen seiner Borneo-Kampagne eine deutschlandweite Aktionstour. WWF-Aktivisten in Orang-Utan-Kostümen bauten auf dem Balkon der Frankfurter Alten Oper ein Nest auf - denn auch ihre Verwandten in freier Wildbahn bauen sich jeden Abend ein neues Nest. 50 Städte werden in den kommenden Monaten für je einen Tag zur Heimat der "Regenwaldflüchtlinge".

WWF-Kampagnenleiter Alois Vedder überreichte Frankfurts Kulturdezernent Dr. Hans-Bernhard Nordhoff ein symbolisches Ortsschild mit der Aufschrift "Frankfurt. Orang-Utan-Patenstadt". Dr. Nordhoff zeigte sich erfreut, den Startschuss für die Informationstour des WWF geben zu können: "Die Stadt Frankfurt begrüßt alle Anstrengungen des WWF, den Verlust der Artenvielfalt, der Wälder und der Orang-Utans auf Borneo noch aufzuhalten."

Die im Anschluss an den Tourstart vorgestellte WWF-Studie zeigt: Vor allem Orang-Utan Babys sind trotz aller Verbote eine profitable Ware. "Ein indonesischer Händler kann mit dem Verkauf eines Menschenaffen das Doppelte eines durchschnittlichen Monatsverdienstes erzielen. Auf internationalen Märkten werden sogar Spitzenpreise bis zu 30.000 Euro für ein Orang-Utan-Baby gezahlt", so Stefan Ziegler, WWF-Artenschutzexperte. Häufig würden die Mütter erschossen und gegessen, um an die begehrten Babys zu kommen. Ihre Schädel würden im Souvenirhandel als "Borneo Art" an Touristen verkauft. "Die oft sehr kleinen, verstreuten Populationen reagieren empfindlich auf den Verlust einzelner Tiere. Mit jedem gejagten Orang-Utan rückt das Aussterben der Art näher", warnt Ziegler. Seit Beginn der 1990er Jahre ist die Zahl der Borneo-Orang-Utans von 150.000 auf 55.000 gesunken. Bis 2020 drohe das Aus für unsere nächsten Verwandten in Asien.

Für die Handelsstudie beobachtete TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, von 1994 bis 2003 den illegalen Menschenaffenmarkt. Die Autoren der Studie stellen fest, dass Borneo-Orang-Utans insbesondere bei Teilen der indonesischen Oberschicht auf Java und Bali als Haustiere beliebt sind. Sie kritisieren das lasche Vorgehen der Behörden. "Obwohl der Menschenaffen-Handel seit 1930 verboten ist, wird nicht einmal jeder Zehnte gefasste Wilderer rechtskräftig verurteilt", so WWF-Experte Ziegler.

Alois Vedder vom WWF betont: "Auf Borneo haben wir die große Chance, mit unserem Engagement zur Rettung der ältesten Regenwälder der Erde und der Menschenaffen beizutragen. Der WWF kämpft nicht nur gegen Wilderei, sondern setzt sich auch für ein 220.000 Quadratkilometer großes Schutzgebiets-Netzwerk, das "Heart of Borneo", ein."



Infos zur Borneo-Kampagne und zur Orang-Utan-Tour unter www.wwf.de/tour und bei: Stefan Ziegler, WWF-Fachbereich Artenschutz und TRAFFIC, Tel. 0176-51062736Ralph Kampwirth, Pressestelle WWF Deutschland, Tel. 0151-12151086

17.06.2005 - 18:06 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 344 X