Strukturreform schafft engere Verbindung zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft
"Wald bewegt" – dreitägige Jahresveranstaltung des Deutschen Forstvereins in Weimar
15.09.2005 - Unter dem Motto "Wald bewegt" wird heute in Weimar die 62. Jahrestagung des Deutschen Forstvereins eröffnet. Prof. Dr. Christian C. Juckenack, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, hob in seiner Eröffnungsrede hervor, dass sich Thüringen mit 33 % bewaldeter Fläche geradezu anbiete, eine solche Tagung auszurichten. "Es gibt aber auch keine Flächen wie den Wald, die so vielen Nutzungsinteressen gerecht werden müssen: Forst, Jagd, Erholung, Sport und natürlich Naturschutz und Wirtschaft", so Juckenack.
Forst- und Holzwirtschaft müssen ihre Anstrengungen darauf richten, als Cluster wahrgenommen zu werden, der beispielsweise in Nordrhein-Westfalen mehr Arbeitsplätze vorhält als die traditionellen Industrien Bergbau oder Chemie.
Frühzeitig ist in Thüringen die Bedeutung einer leistungsfähigen Holzwirtschaft erkannt und u. a. die Ansiedlung von modernen Sägewerken gefördert worden. In Creuzburg hat sich das leistungsfähigste Buchensägewerk Europas angesiedelt und in Ostthüringen entwickelte sich mittlerweile ein Kompetenzzentrum für die Holzbe- und -verarbeitung von Nadelholz. So werden in Thüringen jährlich über 2,5 Mio. Festmeter Rundholz umgeschlagen.
Die Thüringer Forstverwaltung steht kurz vor einer Strukturreform, die zum 1. Oktober 2005 vollzogen wird. Diese beinhaltet eine Verschlankung der Verwaltung und eine Steigerung der Effizienz, die mit einer Reduzierung der Forstämter von 46 auf 28 und der Reviere von 374 auf 300 einhergeht. "Dabei wird die Gelegenheit der Modernisierung genutzt. Die Forstämter werden organisatorisch neu aufgestellt und eine noch engere Verbindung zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft geknüpft", so der Staatssekretär. Die bewährte Organisationsform der Einheitsforstverwaltung mit Regiebetrieb bleibt aber bestehen. Somit kommen die Synergieeffekte aus Betriebs-, Dienstleistungs- und Hoheitsverwaltung weiter voll zur Geltung. Der Revierförster, der den privaten oder kommunalen Waldbesitzer berät, kennt die Waldbewirtschaftung und damit die Auswirkungen seiner Beratung aus der eigenen täglichen Arbeit. Er kann aus praktischer Erfahrung die effektive Verwendung von Fördermitteln beurteilen und bereits bei der Bewilligung auf einen Zweck gerichteten Einsatz dieser Mittel hinwirken.
"In Thüringen sind die Grundsätze ordnungsgemäßer Forstwirtschaft bereits im Landeswaldgesetz normiert; eine Verschärfung ist überflüssig. Die Länder haben genügend Spielraum, dies eigenständig zu regeln. Die Regelungen im Bundeswaldgesetz sollten darauf ausgerichtet sein, zur Deregulierung beizutragen und die Handlungsfreiheit der Waldbesitzer nicht weiter einzuschränken", erklärte Juckenack.
"Zukünftig wird der Revierförster durch Spezialisten in den Bereichen Holzernte, Jagd, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltpädagogik und Naturschutz unterstützt. Dies stärkt seine Leistungsfähigkeit in den Kernbereichen der Wirtschafts-, Betreuungs- und Hoheitsaufgaben und kommt somit allen Waldbesitzern zu Gute", sagte der Staatssekretär. Er machte deutlich, dass die forstlichen Zusammenschlüsse durch Hilfe zur Selbsthilfe gestärkt werden, so dass diese zunehmend eigenständiger und auf einer soliden wirtschaftlichen Basis agieren können. Durch die Bündelung von Holzmengen wird eine Verhandlungsbasis gegenüber den Abnehmern geschaffen. "Hier werden wir den Waldbesitzern auch weiterhin anbieten, ihren Einschlag zu koordinieren und in unserer Rahmenverträge einzusteigen. Dies ist übrigens auch eine Forderung der Holzindustrie in Thüringen, die sich im Privat- und Kommunalwald einer Vielzahl von Anbietern mit Klein- und Kleinstmengen gegenüber sieht", so der Staatssekretär.
Katrin Trommer-HuckaufPressesprecherinBeethovenstraße 399096 ErfurtTel: (03 61) 37-99 930 Fax: (03 61) 37-99 939E-Mail: pressestelletmlnu.thueringen.de Internet: www.thueringen.de/tmlnu
Quelle: MINISTERIUM FÜR LANDWIRTSCHAFT, NATURSCHUTZ UND UMWELT - THÜRINGEN / pressrelations.de
15.09.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 137 X

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