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Bayerns Abfallexperten helfen Mülllawine im brasilianischen SÖ£o Paulo zu bremsen


- Die Müll-Lawine der brasilianischen Metropole SÖ£o Paulo soll mit Hilfe bayerischer Abfallexperten zum Stillstand gebracht werden.

Ein entsprechendes Konzept zur Abfallvermeidung und -entsorgung präsentierte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf heute seinem brasilianischen Amtskollegen JosÖ© Goldemberg in SÖ£o Paulo.

"Gute Chancen, dass bayerische Firmen zum Zuge kommen"

Die Müll-Lawine der brasilianischen Metropole SÖ£o Paulo soll mit Hilfe bayerischer Abfallexperten zum Stillstand gebracht werden. Ein entsprechendes Konzept zur Abfallvermeidung und -entsorgung präsentierte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf heute seinem brasilianischen Amtskollegen JosÖ© Goldemberg in SÖ£o Paulo. Schnappauf: "Bayerische Abfall-Experten haben gemeinsam mit ihren brasilianischen Kollegen die Abfallsituation SÖ£o Paulos eingehend analysiert. Täglich fallen in dem 20 Millionen Einwohner zählenden Ballungsraum 15.000 Tonnen Siedlungsabfälle an - also rund 3 Mal so viel wie in ganz Bayern. Dieser Abfall wird bisher unbehandelt auf einer innerstädtischen Zentraldeponie abgelagert. Jetzt haben unsere Experten ein an den hohen bayerischen Standards orientiertes Abfallwirtschaftskonzept entwickelt, das die Missstände beseitigen hilft und so die Lebensqualität in der Millionenmetropole verbessert." Für die Umsetzung des Konzepts werden sich auch bayerische Firmen bewerben. Gerechnet wird mit einem Auftragsvolumen von mehreren Milliarden Euro.

Das Entsorgungsproblem SÖ£o Paulos wird immer drängender: Die inzwischen auf eine Höhe von 100 Metern angewachsene und 15 Hektar große Zentraldeponie kann bald keinen Müll mehr aufnehmen; zudem ist die Errichtung neuer Deponien erschwert, weil etwa 30 Prozent der Fläche SÖ£o Paulos als Trinkwasser-Reservoir ausgewiesen sind. Schnappauf: "SÖ£o Paulo braucht dringend ein Konzept, um die anfallende Müllmenge zu verringern. Zu einer modernen Abfallwirtschaft gehört Mülltrennung und Recycling genauso wie die thermische Behandlung in einer Müllverbrennungsanlage." Schnappauf und Goldemberg haben im vergangenen Dezember in SÖ£o Paulo eine bayerisch-brasilianische Abfallkooperation vereinbart. Daraufhin informierten sich bereits im Februar 2005 Experten aus SÖ£o Paulo im Freistaat über die bayerische Praxis und die zugehörigen Genehmigungs- und Kontrollverfahren. Im Anschluss daran haben bayerische Abfallexperten gemeinsam mit ihren brasilianischen Kollegen die Situation vor Ort analysiert und ein an die lokalen Gegebenheiten angepasstes Entsorgungskonzept für SÖ£o Paulo entwickelt. Jetzt soll zügig mit der Umsetzung des Konzeptes unter Einbeziehung der Öffentlichkeit begonnen werden.

Der brasilianische Bundesstaat SÖ£o Paulo ist seit kurzem auch Mitglied im Netzwerk der weltweit dynamischsten und innovativsten Wirtschaftsregionen aus vier Kontinenten. Ministerpräsident Edmund Stoiber und der SÖ£o Paulos Gouverneur Geraldo Alckmin haben im September eine gemeinsame Erklärung zur Aufnahme SÖ£o Paulos in den Verbund der Partnerregionen Bayern, Kalifornien, QuÖ©bec, Shandong, Westkap und Oberösterreich unterzeichnet. Der Bundesstaat SÖ£o Paulo mit seinen 40 Millionen Einwohnern ist die führende Wirtschaftsmetropole Brasiliens und zugleich das größte Wirtschaftszentrum in ganz Lateinamerika. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 150 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet SÖ£o Paulo über ein Drittel der gesamten Wirtschaftskraft Brasiliens und übertrifft damit deutlich jedes andere Land Südamerikas. Schnappauf: "Brasilien bietet große Chancen für unsere bayerische Wirtschaft und den Export. Gerade SÖ£o Paulo als Brasiliens Wirtschaftsmotor hat großes Interesse an bayerischer Umwelttechnologie und sucht Partner für Investitionen."

Brasilien und Bayern verbindet seit vielen Jahren eine enge Freundschaft und gute Partnerschaft. Brasilien zählt zu den zehn größten Wirtschaftsnationen Welt und ist der wichtigste Handelspartner Bayerns in Südamerika. Der bayerische Handel mit Brasilien erreichte im Jahr 2004 mit 1,1 Milliarden Euro eine neue Rekordmarke: Bayern exportierte 2004 Waren im Wert von 727 Millionen Euro und importierte Waren im Wert von 369 Millionen Euro. 800 deutsche Unternehmen mit 250.000 Mitarbeitern machen SÖ£o Paulo zum größten deutschen Industriestandort im Ausland. Bei den deutschen Investitionen in SÖ£o Paulo ist Bayern überproportional vertreten.

 

Weitere Informationen: http://www.abfall.bayern.de



Quelle: BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT (STMUGV) / pressrelations.de

29.09.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 198 X