Bundesinnenminister Schily entsendet SEEWA-Team des THW nach Pakistan
Berlin, 11. Oktober 2005 - Am gestrigen Abend sind fünf weitere Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) mit einer Trinkwasseraufbereitungsanlage in das Katastrophengebiet nach Pakistan aufgebrochen. Die THW-Spezialisten gehören der SEEWA (Schnell-Einsatz-Einheit-Wasser-Ausland) an.
Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte starteten in Frankfurt/Main im Auftrag von Bundesinnenminister Otto Schily und auf Ersuchen des Auswärtigen Amtes. Sie werden am Dienstag Abend Ortszeit in Islamabad erwartet. Die Spezialisten der SEEWA werden in der Katastrophenregion im Norden Pakistans Trinkwasser aufbereiten.
Das Erdbeben, das am Samstagmorgen mit einer Stärke von 7,6 auf der Richterskala im Nordosten Pakistans weite Teile Südasiens erschütterte, hat zu schweren Verwüstungen geführt. Die Provinz Kaschmir ist besonders schwer von dem Beben betroffen. In der Provinzhauptstadt Muzaffarabad ist das THW bereits seit Montag mit 15 Spezialkräften der SEEBA (Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland) mit elektronischem Ortungs- und schwerem Bergungsgerät im Einsatz, um nach Verschütteten zu suchen.
Finanziert wird die Entsendung des THW-Teams vom Auswärtigen Amt. Vor Ort steht die deutsche Botschaft im engen Kontakt mit den pakistanischen Behörden, damit der Einsatz der Teams reibungslos erfolgen kann.
Die SEEWA ist eine Auslandseinheit, mit der das THW schnell auf aktuelle Gefahrenlagen im Bereich der Trinkwasserversorgung reagieren kann. Zu den Aufgaben der SEEWA zählen die Erkundung, die mobile Trinkwasseraufbereitung, die Analyse, ein FirstAid-Consulting und die Rehabilitation der Wasserversorgung. Die Einsatzteams sind mit modernster Ausstattung ausgerüstet und ebenso wie die Experten der SEEBA in der Lage, innerhalb weniger Stunden in ein Katastrophengebiet aufzubrechen.
THW: Partner der Gesellschaft
Das THW ist die Katastrophenschutz- und Einsatzorganisation des Bundes. Mit seinen hoch spezialisierten Einheiten ist das THW den Anforderungen des Bevölkerungsschutzes und der örtlichen Gefahrenabwehr bestens gewachsen. In seiner Struktur ist das THW weltweit einmalig. Als Katastrophenschutzorganisation getragen von ehrenamtlichem Engagement ist diese Behörde Partner für Menschen in Not. Bundesweit engagieren sich in ihrer Freizeit über 77.000 Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich in den bundesweit 665 THW-Ortsverbänden zum Wohle der Mitmenschen. Dabei gewährleistet die enge Verzahnung mit der Feuerwehr, anderen Hilfsorganisationen, der Polizei sowie der Bundespolizei einen maximalen Schutz der Bürgerinnen und Bürger. In jedem der 66 THW-Geschäftsführerbereiche – verteilt auf acht Landes- beziehungsweise Länderverbände – ergänzen sich die Komponenten der Ortsverbände so, dass das gesamte Einsatzspektrum des THW im ganzen Bundesgebiet verfügbar ist und seine Spezialisten immer dort sind, wo es notwendig ist.
Als Instrument des Bundes wird das THW genutzt, um auch im Ausland schnell, zuverlässig und effektiv Hilfe zu leisten. Das Leistungsspektrum des THW reicht dabei von der akuten Nothilfe bis zum langfristigen, partnerschaftlichen Engagement beim Wiederaufbau. Mit so genannten "Schnell-Einsatz-Einheiten" trägt das THW im Katastrophenfall, wie zuletzt nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien dem Zeitfaktor Rechnung. Als Regierungsorganisation bietet das THW seinen Auftraggebern – darunter die Vereinten Nationen, die Europäische Union sowie Regierungen anderer Nationen – zudem die Sicherheit einer zuverlässigen und kompetenten Umsetzung von Projekten.
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Quelle: BUNDESMINISTERIUM DES INNERN (BMI) / pressrelations.de
11.10.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 237 X