Artenschutz - Giftköder hat Seeadlerküken getötet
13.10.2005, HANNOVER/CUXHAVEN - Zwei Seeadlerküken aus dem Landkreis Cuxhaven sind im Frühjahr an einer mit Gift präparierten Taube verendet. Das habe eine Analyse der beiden toten Vögel und der im Nest liegenden Beutereste ergeben, teilte das Niedersächsische Umweltministerium heute (Donnerstag) mit. Die Untersuchungen des Berliner Institutes für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) haben ergeben, dass die Tiere durch das Pflanzengift Carborfuran getötet worden seien.
Dabei hatte der niedersächsische Bestand der Seeadler bislang Anlass zur Freude gegeben: Mit 20 Revierpaaren wurde in diesem Jahr der bislang höchste Brutbestand festgestellt. Die Eltern der beiden verendeten Jungvögel hatten schon im vergangenen Jahr an der Ostemündung ein Küken erfolgreich aufgezogen und in diesem Jahr denselben Brutplatz gewählt.
Nachdem seit Ende April jedoch keine Regung der Jungadler mehr zu beobachten war, bestieg Kreisnaturschutzbeauftragter Fritz Bechinger den Horst und stellte die toten Adlerküken sowie die darin befindlichen Beutereste, darunter Haustauben, sicher. Die Untersuchung des IZW ergab nun, dass eine Taube durch Einschnitte in der Brust mit dem Gift gefüllt wurde. Die Seeadler-Eltern hatten den ausgelegten Köder vermutlich aufgelesen und ihren Jungen als Nahrung ins Nest gebracht. "Da wollte offenbar jemand gezielt den Tod von Greifvögeln herbeiführen", so Umweltminister Hans-Heinrich Sander. "Es darf nicht sein, dass Erfolge im Artenschutz durch kriminelle Taten gefährdet werden." Der Landkreis Cuxhaven hat bereits bei der Staatsanwaltschaft Stade Anzeige gegen Unbekannt gestellt.
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Quelle: NIEDERSÄCHSISCHES UMWELTMINISTERIUM / pressrelations.de
13.10.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 132 X