Überhöhte Schalenwildbestände in Brandenburg
Finkenkrug, 19. Oktober 2005 - "Eine Nichterfüllung oder die zu geringe Festsetzung der Abschusspläne hat entscheidend zur Erhöhung der Wilddichten beigetragen", sagte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Dr. Jörg Thihatmer anlässlich eines Expertengespräches zur Reduzierung von Schalenwildbeständen am 19.10.2005 in der Forstschule Finkenkrug.
Die dauerhafte Erhaltung der natürlichen Leistungsfähigkeit des Waldes und seines wirtschaftlichen Ertragsvermögens setze zwingend dem Lebensraum angepasste Schalenwildbestände voraus. Eine Umsetzung des aus ökologischen und ökonomischen Gründen vorgegebenen Leitbildes des natur-nahen Waldbaus sei durch Verbiss-, Schäl- und Fegeschäden nur eingeschränkt, zum Teil überhaupt nicht möglich. Das führe bei den Waldbesitzern zu erheblichen Mehraufwendungen und Vermögensschäden.
Für die Erhaltung und Wiederherstellung naturnaher Wälder komme der Jagd eine besondere Verpflichtung zu. Auf Grund der Bindung des Jagdrechts an das Grundeigentum bestehe eine hohe persönliche Verantwortung der Jagdrechtsinhaber für die Reviere. Die meisten Waldbesitzer können ihre Rechte nur mittelbar über die Jagdgenossenschaften wahrnehmen und sind dementsprechend einflusslos. Es ist darum dringend geboten, das Jagdrecht der Grundeigentümer gegenüber dem Jagdausübungsrecht der Jäger auf rechtlicher und auf administrativer Ebene zu stärken.
Hierzu seien Initiativen und Veränderungen im rechtlichen Umfeld sowie der verwaltungsmäßigen Umsetzung des geltenden Rechts seitens der Landesregierung ebenso notwendig wie Verhaltensänderungen bei den Grundeigentümern und den Jagdausübungsberechtigten. Hierzu hat der Waldbesitzerverband konkrete Vorschläge vorgelegt.
Geringe Kenntnisse über Wildschäden im Wald und deren wirtschaftlichen Folgen, geringes Interesse der Waldbesitzer an Beratung und Aufklärung über ihre Rechte und Pflichten, ungenügende Ausschöpfung der gesetzlichen Möglichkeiten zur Verhütung und Regelung von Wildschäden in den Pachtverträgen und zurückhaltende Geltendmachung von Wildschäden im Wald seien nur ein kleiner Teil der Ursachen der aufgezeigten Fehlentwicklungen.
Der Waldbesitzerverband erwarte von der Landesregierung, in einem ersten Schritt in Brandenburg eine Informationskampagne zu starten (wie beim Schwarzwild), um die Jäger, Grundeigentümer und Jagdgenossenschaften für die Problematik der Wildschäden im Wald zu sensibilisieren. Im Zuge dieser Kampagne empfehlen die Unteren Jagdbehörden den Jagdausübungsberechtigten eine schrittweise Erhöhung der Abschusspläne, bis der Vegetationszustand eine waldverträgliche Wilddichte anzeigt.
Waldbesitzerverband Brandenburg e.V.Alfred-Nobel-Str. 1 (Haus 26)16225 EberswaldeTel. 033 34 / 59 270, Fax 033 34 / 59 46 40E-Mail: krause
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Quelle: WALDBESITZERVERBAND BRANDENBURG / pressrelations.de
20.10.2005 - 10:11 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 174 X