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Schwarzpappel zum "Baum des Jahres" gekürt




Mahnung zur konsequenten Renaturierung von Flusslandschaften

Die Schwarzpappel ist der Baum des Jahres 2006. Diese Entscheidung hat heute das Kuratorium "Baum des Jahres" bekannt gegeben. ROBIN WOOD, seit zwölf Jahren Mitglied des Kuratori­ums, begrüßt es, dass die Wahl auf diese in den großen Flussauen beheimatete Baumart gefal­len ist. Denn dadurch wird die öffentliche Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass durch Flussaus­bauten viele Pflanzen- und Tierarten in Auenlandschaften in ihrer Existenz gefährdet sind. Nur noch rund dreitausend ausgewachsene Exemplare der Schwarzpappel existieren in Deutsch­land. Im Osten Deutsch­lands ist sie laut Roter Liste vom Aussterben bedroht.

Es mag auf den ersten Blick irritierend sein, dass die Schwarzpappel vom Aussterben bedroht sein soll, da doch noch viele Pappeln zu finden sind. Doch die allermeisten dieser der Schwarzpappel sehr ähnlichen Bäume sind Kreuzungen der Schwarzpappel mit nordamerikanischen Pappelarten – so ge­nannte Hybriden oder Bastarde - und daraus gezüchtete Sorten. Weil sie schnell wachsen und über Stecklinge einfach zu vermehren sind, haben Menschen diese Hybriden stark verbreitet. "Diese zahllo­sen Kulturformen sind durchaus eine Bedrohung für die echte Schwarzpappel", sagt Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD. "Doch der Hauptgrund für den traurigen Platz in der Roten Liste ist das Verschwinden ihres natürlichen Lebensraumes."

Der Lebenszyklus der Schwarzpappel ist eng an die Auenlandschaft der größeren Flüsse gebunden. Ihre empfindlichen, nur wenige Tage keimfähigen Samen keimen nur auf feuchten, unter der Kraft des Hochwassers entstandenen, rohen Sandböden.

Doch die Flussregulierungen der vergangenen zweihundert Jahre mit ihren Eindeichungen und Grundwasser­absenkungen haben solche Standorte gründlich vernichtet. Rudolf Fenner: "Die Wahl der Schwarzpap­pel zum Baum des Jahres 2006 ist ein klares Plädoyer für eine baldige und weit reichende Renaturie­rung unserer großen Talauen – überlebenswichtig nicht nur für die Schwarzpappel, sondern in Zeiten des Klimawandels zunehmend auch für uns. Das haben die beiden Jahrhunderthochwasser an Oder und Elbe in den vergangenen Jahren deutlich gezeigt."

Auch die Gentechniker haben sich inzwischen der Schwarzpappel bemächtigt und versuchen, die Bäume widerstandsfähig gegen Insekten zu machen oder ihr Holz für die Zellstoffproduktion zu optimie­ren. Im Norden Chinas wachsen bereits über eine Million gentechnisch veränderter, insektenresistenter Schwarzpappeln. Niemand hat dort noch einen Überblick, wo überall diese Gentech-Pappeln inzwi­schen stehen – ein Desaster, gerade bei einer Baumart, die bereits nach wenigen Jahren blühreif ist und kaum genetische Barrieren zu anderen Pappelarten besitzt.

Kontakt:

Rudolf Fenner, Waldreferent, Tel. 040 / 380 892 11, waldrobinwood.de

Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presserobinwood.de

Einen ausführlicher Beitrag über die Schwarzpappel senden wir Ihnen gerne per Mail oder Fax zu. Sie finden ihn auch ab morgen, 11.00 Uhr unter: http://www.robinwood.de/wald

Weitere Informationen dann auch unter http://baum-des-Jahres.de  



Quelle: ROBIN WOOD / pressrelations.de

20.10.2005 - 10:11 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 112 X