Bienen halten sich nicht an Gentech-Regelungen
Zürich, 24. Oktober 2004 - Zürich. Bienen kennen keine Grenzen. Sie haben einen Sammel-Radius von mehreren Kilometern und transportieren auch Pollen von Gentech-Pflanzen über weite Distanzen. Imkerinnen und Imker sowie Greenpeace haben heute beim Pier 7 am Zürcher Utoquai mit einem Massenstart von Bienen-Ballonen verdeutlicht, dass Schweizer Honig mit Gentech-Bestandteilen versetzt sein wird, sollte es in der Schweiz zum Anbau von Gentech-Pflanzen kommen. Momentan läuft die Vernehmlassung zur so genannten Koexistenz-Verordnung. Diese suggeriert, dass ein Nebeneinander von Gentech- und gentechfreiem Anbau möglich sei. Ein JA zur Gentechfrei-Initiative am 27. November kann aber im Gegensatz erfolgreich verhindern, dass aus Schweizer Qualitätsprodukten schon bald Gentech-Produkte werden.
Mit dem Flug von tausenden Bienen-Ballonen weisen ImkerInnen und Greenpeace Schweiz heute darauf hin, dass Bienen sich nicht an festgelegte Distanzen halten. Die Qualitätsmarke "Schweizer Honig" ist durch den Anbau genmanipulierter Pflanzen bedroht. Mit ihrem riesigen Aktionsfeld sammeln Bienen auch Gentech-Pollen, denn sie unterscheiden nicht zwischen Gentech- oder gentechfreien Pflanzen. Wie auch konventionelles Saatgut oder Lebensmittel wird Honig früher oder später verunreinigt sein, sollten sich einzelne Schweizer Bauern zur Produktion von Gentech-Pflanzen entschliessen.
In Kanada, wo grossflächig Gentech-Raps angebaut wird, ist die Produktion von Bio-Raps zum Erliegen gekommen. Weil es kein gentechfreies Saatgut mehr gibt und Kontaminationen unvermeidbar sind, mussten sogar ganze Bauernbetriebe ihre Tätigkeit einstellen. Auf dem Reissbrett erstellte Sicherheitsabstände zwischen Gentech-Acker und konventionell bepflanztem Feld greifen in der Praxis offensichtlich nicht. So wurde in kanadischem Honig bereits mehrfach Gentech-Pollen entdeckt. In Deutschland reichte kürzlich ein einziges Gentech-Feld in der Nähe eines Bienenvolkes aus, um die ganze Ernte eines Imkers zu verunreinigen. Solche Beispiele machen verständlich, warum sich nebst einer grossen Mehrheit von KonsumentInnen und Bauern auch ImkerInnen vor dem Gentech-Anbau in der Schweiz fürchten. William Schneeberger, Präsident des Verbandes Schweizerischer Bienenzüchtervereine VSBV meint dazu: "Es braucht ein Moratorium, weil es unmöglich sein wird, in Gentech-Regionen gentechfreien Honig zu produzieren. Auch ist unklar, ob Gentech-Kulturen negative Auswirkungen auf Bienenvölker haben. Bienen und andere Bestäuber sind aber für die Landwirtschaft unentbehrlich."
Wird die Gentechfrei-Initiative vom Volk am 27. November abgelehnt, steht dem Anbau von Gentech-Pflanzen in der Schweiz nichts mehr im Wege. Als Grundlage zum Anbau soll die so genannte "Koexistenz-Verordnung" dienen, die sich in der Vernehmlassung befindet. Diese Verordnung wird aber gerade in der kleinräumigen Schweiz in der Praxis kläglich versagen. "Gentech-Felder in der Schweiz führen zwangsläufig zum Aus für natürlich produzierte Lebensmittel", sagt Marianne Künzle von Greenpeace Schweiz. "Einzig der Verzicht auf Gentechnik in der Landwirtschaft gewährleistet weiterhin eine Versorgung mit gentechfreien natürlichen Lebensmitteln. Ein fünfjähriges Moratorium ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung."
Informationen und Bilder finden Sie unter www.greenpeace.ch oder http://www.gmcontaminationregister.org oder bei:Marianne Künzle, Genschutz-Kampagne Greenpeace Schweiz 079 / 410 76 48William Schneeberger, Präsident VSBV 032 / 941 17 72Greenpeace-Medienabteilung 044 / 447 41 11
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Quelle: GREENPEACE / pressrelations.de
24.10.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 145 X
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