Gedenkfeier
Es gilt das gesprochene Wort
"Ein Leben fuer den Klimaschutz"
Bundesumweltminister Juergen Trittin wuerdigt Persoenlichkeit und Engagement der verstorbenen Joke Waller-Hunter
Berlin, 25. Oktober 2005 - Bundesumweltminister Juergen Trittin hat heute auf einerin Bonn die Persoenlichkeit und das Engagement von Joke Waller-Hunter, der verstorbenen Exekutivsekretaerin der UN-Klimarahmenkonvention, gewuerdigt. Die Rede des Ministers hat folgenden Wortlaut:
"Ein trauriger Anlass hat uns heute hier in der UN-Stadt Bonn zusammengefuehrt. Wir gedenken Joke Waller-Hunter, der Exekutivsekretaerin der UN-Klimarahmenkonvention. Einer Persoenlichkeit, die nicht nur bei mir einen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Wir gedenken einer Frau, die uns allen bitter fehlen wird. Joke ist am 14. Oktober nach schwerer Krankheit, gegen die sie tapfer und ohne grosses Aufsehen um ihre Person gekaempft hat, im Alter von 58 Jahren viel zu frueh verstorben. Auch im Namen der Bundesregierung moechte ich Ihnen, Frau Dallinga-Hunter, der Familie und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klimasekretariats mein tiefes Mitgefuehl aussprechen.
Die berufliche Biographie von Joke Waller-Hunter ist eindrucksvoll. Sie wurde als eine von wenigen Frauen bis in hoechste Aemter internationaler Organisationen berufen. 1994 als erste Direktorin der UN fuer Nachhaltige Entwicklung. 1998 als Direktorin fuer Umwelt der OECD. Seit 2002 war sie die Exekutivsekretaerin der Klimarahmenkonvention. Ihr gesamtes berufliches Leben stand im Dienst nachhaltiger Entwicklung und des globalen Klimaschutzes. Bis zum Ende hat sie sich dafuer eingesetzt, diese Welt lebenswerter zu gestalten. Sie hat massgeblich daran mitgewirkt, dass im Februar dieses Jahres das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten ist, ein Meilenstein des internationalen Umweltrechts.
Sie vereinte in sich all das, was es braucht, um grosse Ideen Realitaet werden zu lassen. Ueberragendes Fachwissen, gestalterische Kraft, Kreativitaet und ein ueberwaeltigendes Mass an Energie und Einsatzbereitschaft, um die ihr wichtigen Themen nachhaltig voranzutreiben. Sie besass die Weisheit fuer die richtigen Momente und eine Persoenlichkeit, die durch ihr Engagement, ihre Hingabe, ihren Enthusiasmus und nicht zuletzt durch ihre tiefe Menschlichkeit andere ansteckte und fuer diese Ideen gewann. Sie fuehrte und formte ein
effizientes, innovatives und hoechst professionelles Sekretariat, auf das nicht nur ich als Vertreter des Gastlandes sehr stolz bin.
Ich begegnete ihr zum ersten Mal kurz nach ihrer Ernennung als Exekutivsekretaerin. Zwischen uns hat sich eine sehr vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit entwickelt, die fuer das Erreichen unserer gemeinsamen Ziele im Klimaschutz unendlich wertvoll war. Wir teilten die Ueberzeugung, dass es keine Alternative zum multilateralen Klimaschutz gibt.
Dieser ausserordentlichen Persoenlichkeit wird es nicht mehr vergoennt sein, die Saat ihrer Arbeit voll heranreifen und Fruechte tragen zu sehen. Uns wird Jokes Rat fehlen. Ich bin zutiefst ueberzeugt, wir ehren ihr Andenken wuerdig, wenn wir ihr Vorbild als Ansporn nehmen. Wenn wir mit aller Kraft weiter daran arbeiten, das Ziel der Klimarahmenkonvention zu erfuellen. Wir muessen den gefaehrlichen Klimawandel verhindern. Die globale Temperatur darf nicht um mehr als zwei Grad steigen. Die Instrumente dazu haben wir. Nutzen wir die Gelegenheit in Montreal, einen Prozess zur Weiterentwicklung der Konvention und des Kyoto-Protokolls zu beginnen. Auch nach 2012 muessen die Treibhausgase international verbindlich gesenkt werden.
Damit werden wir Jokes Arbeit gerecht."
Hrsg: BMU-Pressereferat, Alexanderplatz 6, 10178 BerlinRedaktion: Michael Schroeren (verantwortlich)Thomas Hagbeck, Jürgen Maaß, Frauke StamerTel.: 01888/305-2010. Fax: 01888/305-2016 email: presse
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25.10.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 568 X
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