anzeige [x]

 Artikel online: 54.973
 Redakteure registriert: 2.666
 Gesamtreichweite (Artikelaufrufe): 10.456.168

Waldschadensbericht




Schuld ist nicht der Käfer, sondern die fehlende Klimaschutzpolitik der Landesregierung

"Die heute durch denbekannt gegebene abermalige Verschlechterung des Zustandes der hessischen Wälder bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen. Nach der von Umweltminister Dietzel (CDU) heute veröffentlichten Statistik gelten nur noch jeweils fünf Prozent der Buchen und Eichen als gesund. Besonders erschreckend ist der Anstieg der erkrankten jungen Bäume. Bei der Eiche stieg dieser Anteil von sechs Prozent im Jahr 1984 auf jetzt 22 Prozent. Bei den jungen Buchen stieg der Anteil von sieben auf zwölf Prozent. Nach diesem nicht zu trockenen Sommer hätten sich die Wälder eigentlich erholen müssen, das Gegenteil ist der Fall. Umweltminister Dietzel kann diese Baumschäden nicht weiterhin auf den Sommer 2003 und Insektenfraß schieben, Ursache ist vor allem die fehlende Klimaschutzpolitik der Landesregierung. Unbestritten ist der Stickstoffeintrag das größte Problem für den Wald und müsste reduziert werden. Mit dem forcierten Autobahn- und Flughafenausbau fördert die Landesregierung aber alles, was den Stickstoffeintrag steigert. Eine konsequente Politik "Weg vom Öl"  und damit hin zu weniger Schadstoffen ist nicht zu erkennen", kritisiert der forstpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Martin Häusling.

Dietzel hat heute den aktuellenvorgelegt. Besonders die Eiche und der Waldbestand im Rhein-Main-Gebiet sind von weiteren Verschlechterungen betroffen.

Im Gegensatz zu Dietzel ist nach Angaben der GRÜNEN durchaus "flächenhaftes Absterben der Wälder" zu beobachten. "Rund um Darmstadt ist die  Situation dramatisch. Die Kombination aus Wassermangel und Schadstoffeintrag löst dies aus. Der Wald steht unter Dauerstress und der nächste trockene Sommer kommt bestimmt." Zudem bezeichnen es DIE GRÜNEN als "Heuchelei", wenn Dietzel behaupte, der weitgehende Verzicht auf Kahlschläge trage zur Stabilisierung des Walds bei. "Gerade im besonders betroffenen Rhein-Main-Gebiet wurde mit dem geplanten Bau der A-380-Halle außerhalb des Flughafengeländes ein gewaltiger Kahlschlag vorgenommen und mit der geplanten Nordwestbahn ist ein noch viel größerer Kahlschlag vorgesehen. Das ist unverantwortlich."

Als "inakzeptabel" sehen es DIE GRÜNEN an, dass Hessen-Forst seit drei Jahren die Einschlagspläne der Eiche um 30 Prozent überziehen. "Die Eiche gehört eigentlich auf die Rote Liste, da sie extrem gefährdet ist. Wenigstens aber müsste der Einschlag sehr vorsichtig vorgenommen werden. Aber unter der Verantwortung von Dietzel soll hier so viel Geld wie möglich gescheffelt werden. Der Zustand des Waldes interessiert da wenig", kritisiert Martin Häusling.

 

Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNENim Hessischen Landtag - Pressesprecherin: Elke CezanneSchlossplatz 1-3;     65183 WiesbadenFon: 0611/350597; ..Fax: 0611/350601Mail: grueneltg.hessen.de Web: http://www.gruene-hessen.de



Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN HESSEN / pressrelations.de

26.10.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 985 X