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Öffentlicher Nahverkehr ist ein Standortvorteil: Deutschland überzeugt im internationalen Vergleich




Knapp 300 Verkehrsexperten diskutieren auf dem RegioForum der Deutschen Bahn über die Kunden- und Marktbedürfnisse von morgen

(Rostock/Berlin, 21. Oktober 2005) "Der Kunde im Mittelpunkt unseres Handelns. Das ist das zentrale Motto des diesjährigen RegioForums in Rostock-Warnemünde". Mit diesen Worten eröffnete Ulrich Homburg, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, vor rund 300 Verkehrsexperten die bundesweit größte Nahverkehrsveranstaltung. Für Homburg ist die aktuelle Bilanz positiv: "Deutschland hat heute im internationalen Vergleich beim Thema Öffentlicher Nahverkehr eindeutig die besten Karten. Wir sind hier international führend."

In einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern gehört ein gut entwickelter Öffentlicher Nahverkehr zu einem der wichtigsten Standortvorteile. Für viele Unternehmen ist eine funktionierende Mobilität vor Ort maßgeblich bei Investitionsentscheidungen. Die Bahn und das Land haben gemeinsam in den vergangenen Jahren viel erreicht und damit eine wichtige Voraussetzung für Firmenansiedlungen geschaffen.

Diese Erfolge stehen in Zeiten knapper öffentlicher Kassen zunehmend unter Druck. Auch aus diesem Grund müssen die Menschen durch noch bessere Leistungen überzeugt werden. Neben Investitionen in neue Fahrzeuge, eng verknüpften Taktverkehren und einem überzeugenden Service entscheiden attraktive Preisangebote über die Gewinnung von neuen Kunden. Mit der bisherigen Entwicklung ist Homburg zufrieden: "Unsere Kundenzahlen steigen kontinuierlich. Allein im ersten Halbjahr 2005 verzeichnete DB Regio drei Prozent mehr Fahrgäste als noch im Vergleichszeitraum 2004."

Insbesondere im Freizeitverkehr gelingt es DB Regio, immer mehr Menschen mit maßgeschneiderten Pauschalangeboten zu überzeugen. Vor allem die Ländertickets sind ein Verkaufsschlager.

Allein in Mecklenburg-Vorpommern hat die Bahn in den ersten neun Monaten 2005 mit knapp 190.000 verkauften Tickets ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielt. Das Ostseeticket erfreut sich ähnlich großer Beliebtheit: Das Angebot wurde von April bis September diesen Jahres 35.600 Mal verkauft und legte damit im Vergleich zum Vorjahr um knapp sechs Prozent zu.

Neben dem Fahrgastmarkt spielt der Bestellermarkt eine zentrale Rolle. Im Zuge der Regionalisierung vor rund zehn Jahren entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit ein harter Wettbewerb um Aufträge. Zahlreichen Wettbewerbern der Bahn gelang der Markteintritt. DB Regio hält gegenwärtig einen Marktanteil am SPNV in Deutschland von noch knapp 90 Prozent. Der Ausschreibungswettbewerb hat jedoch in diesem Jahr deutlich an Dynamik gewonnen und der Druck auf alle Marktteilnehmer wird zunehmen. Ulrich Homburg: "In Zeiten knapper öffentlicher Kassen erhält der den Zuschlag, der das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet." DB Regio habe die Zeichen der Zeit früh erkannt und gehandelt. "Wir sind überzeugt, dass sich langfristig nur Qualität und seriös kalkulierte Preise am Markt durchsetzen werden", erläutert der Regiochef die Situation. Angebote, die nicht kostendeckend kalkuliert sind, führten dagegen in eine Sackgasse. Die Rechnung bezahle am Ende immer der Kunde und der Besteller.

Im Gegensatz zum Regionalverkehr steht der Stadtverkehrsmarkt am Anfang der Liberalisierung. Aber auch hier hat der Wettbewerb begonnen. Ein Beispiel dafür ist die Ausschreibung von Busleistungen in Hessen. Der Stadtverkehr der Bahn stellt sich diesen neuen Anforderungen und sieht im Umbruch vor allem eine Chance.

Andreas Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Stadtverkehr: "Die Öffnung der kommunalen Verkehrsmärkte bietet die Möglichkeit zu wachsen. Das werden wir allerdings nur dort tun, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist. Gleichzeitig gilt es, mit unserem Engagement politische Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen wir erfolgreich arbeiten können. Was wir brauchen, sind faire Wettbewerbsbedingungen, eine langfristig gesicherte Finanzierung und eine Gleichbehandlung von privaten und kommunalen Unternehmen am Markt."

Für das angestrebte Wachstum setzt DB Stadtverkehr neben dem Ausschreibungs- und Konzeptwettbewerb auf Unternehmenskäufe, Kooperationen und Allianzen mit kommunalen Verkehrsunternehmen.

Ein Beispiel ist die intalliance AG, ein Joint Venture zwischen der Bahn und der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG. Mit der intalliance ist das erste deutsche Unternehmen im Nahverkehr entstanden, das den gesamten Bus- und Stadtbahnverkehr in einer Region aus einer Hand anbietet. Insgesamt sieht der Stadtverkehr das Modell der integrierten Verkehrsunternehmen in Ballungsräumen als richtungsweisend für die Zukunft.

Das RegioForum der Bahn ist als Nahverkehrsbranchentreff das größte jährliche Forum für Entscheider und Experten aus Politik und Wirtschaft, die sich über aktuelle Entwicklungen und Trends des Regional- und Stadtverkehrs auf Straße und Schiene informieren und austauschen.

 

Herausgeber: Deutsche Bahn AGKommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 BerlinVerantwortlich für den Inhalt: Werner W. Klingberg



Quelle: DEUTSCHE BAHN / pressrelations.de

21.10.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 797 X