Schnappauf: Impfschutz von Kindern prüfen - Gesundheitsämter starten Impfaktion in Schulen
Im Kampf gegen die Impfmüdigkeit in Bayern starten die Gesundheitsämter jetzt eine Impfaktion in den Schulen. Dies teilte Gesundheitsminister Werner Schnappauf heute zum Bayerischen Impftag mit. "Bei großen Impflücken drohen Massenausbrüche. Dann werden die sogenannten Kinderkrankheiten zur echten Gesundheitsgefahr. Dabei sind Impfungen die wirksamste und einfachste Schutzmaßnahme und sie sind für jeden verfügbar", erklärte der Minister und bat die Eltern, die Aktion der Gesundheitsämter in den Schulen zu nutzen. "Mit der Aufklärungsaktion wollen wir der Verunsicherung von Eltern entgegenwirken." Dazu bieten die Gesundheitsämter in den Schulen Impfpasskontrollen, Impfsprechstunden mit Beratung und Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Wundstarrkrampf, Diphtherie, Kinderlähmung, Keuchhusten und Hepatitis B an.
Die Impfung gegen Keuchhusten ist erstmals im Angebot. "An Keuchhusten erkranken auch ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Da der Keuchhusten für Neugeborene und junge Säuglinge lebensgefährlich ist, sollten besonders ältere Kinder und Jugendliche, die ein Geschwisterchen bekommen auch zu deren Schutz geimpft sein", empfahl Schnappauf. Die aufsuchende Impfberatung der Gesundheitsämter ist eine wichtige Ergänzung zum Angebot von Haus- und Kinderärzten. Mit Merkblättern werden die Eltern gebeten, den Impfschutz ihrer Kinder überprüfen zu lassen und nötigenfalls aufzufrischen. Die Eltern können ihr Kind dann in der Schule oder vom niedergelassenen Arzt impfen lassen. Das Impfangebot ist für die Eltern kostenlos. Im vergangenen Schuljahr wurden von den Gesundheitsämtern mehr als 11.000 Erst- und Auffrischungsimpfungen durchgeführt.
Die Durchimpfungsraten sind im Vergleich zum Vorjahr insgesamt leicht gestiegen. Über 97 Prozent der eingeschulten Kinder sind gegen Wundstarrkrampf und Diphtherie geimpft und immerhin über 94% auch gegen die Kinderlähmung (Polio). Gegen Masern wurden allerdings nur etwa 90% einmal und sogar nur 58% zweimal geimpft. Diese Impfraten reichen nicht aus, um Massenausbrüche zu verhindern. "Besonders bedenklich ist die Lage in Regionen mit weniger als 80 Prozent Durchimpfungsrate gegen Masern, wie in den Landkreisen Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen, Unterallgäu und Memmingen. Hier können leicht Masernausbrüche aufflammen", warnte der Minister.
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Quelle: BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT (STMUGV) / pressrelations.de
04.11.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 97 X

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