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Von wegen "Nervenkitt"!


Hirnzellen, die bisher im Wesentlichen nur als Stütz- und Versorgungsorgane der eigentlichen Nervenzellen (Neuronen) angesehen wurden, tragen womöglich erheblich zur Leistungsfähigkeit des Gehirns bei. Die Gliazellen machen etwa die Hälfte der Hirnmasse aus und sind in mehrere Zellarten unterteilt. Die meisten - 80 Prozent - sind sogenannte Astrozyten. Als einzige Hirnzellen können sie Energie speichern, die sie den Neuronen zur Verfügung stellen. Forscher um Prof. Helmut Kettenmann vom Berliner Max-Delbrück-Zentrum haben nun herausgefunden, dass sie auch an der Informationsverarbeitung teilhaben. Dabei handelt es sich aber nicht um elektrische Impulse, sondern um chemische Signale, erklärt er in der Apotheken Umschau. Unter anderem registrieren Astrozyten die selben Signale, mit denen sich die Nerven untereinander verständigen. Sie geben ihre Informationen allerdings viel langsamer weiter. Seit Rudolf Virchow, der die Gliazellen 1856 entdeckt hat, galten sie nur als eine Art Nervenkitt, der das Denkorgan zusammenhält. Jetzt könnten sie Erklärungen für viele bisher nicht verstandene Funktionen des Gehirns liefern.



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18.07.2006 - 18:04 Quelle: pressetext.de | Gelesen: 142 X

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