Mehr als sechs Millionen Deutsche leiden an Knochenschwund (Osteoporose)
Von Alexander Hauk
München (aha). Knochenschwund (Osteoporose) ist eine still verlaufende Krankheit. Zunächst bemerken die Betroffenen keine Symptome. Die Ursache der Erkrankung, die Verringerung der Knochendichte, ist nicht mit Schmerzen verbunden. Doch irgendwann halten die Knochen nicht mehr den täglichen Belastungen stand. Im schlimmsten Fall drohen dann Knochenbrüche. „Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an Osteoporose“, schätzt Dr. Heribert Konvalin, Präsident der Gesellschaft für Prophylaktische Orthopädie (München).
Nach Angaben von Konvalin leiden rund drei Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren an Knochenschwund. Bei den über 70-Jährigen seien 20 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen von der Volkskrankheit betroffen. „Laut einer Studie verursacht Osteoporose in Deutschland jährlich drei Millionen Wirbelkörperfrakturen und 150 000 Schenkelhalsfrakturen“, berichtet der Mediziner. Rund 5,5 Milliarden Euro koste die medizinische Behandlung dieser Brüche. Jeder fünfte Betroffene mit einer Schenkelhalsfraktur stirbt in den ersten sechs Monaten nach dem Knochenbruch. Die übrigen Patienten seien - zumindest für längere Zeit - pflegebedürftig.
Dabei kann Knochenschwund bei frühzeitiger Erkennung wirksam behandelt werden. Mit Hilfe eines Gentests für rund 190 Euro kann jeder sein Osteoporose-Risiko schätzen lassen. „Dafür reicht eine einfache Blutentnahme“, sagt Konvalin. Auch eine Urinuntersuchung, die Auswertung der bisherigen Krankengeschichte, der Lebensgewohnheiten und eine Röntgenuntersuchung helfen dabei, das Osteoporose-Risiko einzustufen.
Wer aktiv gegen Knochenschwund vorbeugen möchte, dem rät Konvalin zu regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung. Nach Angaben des Mediziners stehen die Muskelmasse und die Knochendichte in direktem Zusammenhang. Wer etwas für sein Skelett tun möchte, sollte auch auf die „Knochenräuber“ weitgehend verzichten: „Dazu zählen Alkohol, Koffein und Zucker.“ Unter anderem fördern diese Stoffe das Ausscheiden von wichtigen Vitaminen und Mineralien wie Kalzium.
Dagegen sollten Milch und Milchprodukte und Obst und Gemüse auf dem täglichen Speiseplan fest eingeplant sein. Auch eine medikamentöse Behandlung mit Vitamin-D- und Calcium-Tabletten, so genannten Osteoklastenhemmern, Bisphosphonate und Raloxifen sei empfehlenswert. Diese Medikamente bremsen die knochenabbauenden Zellen, fördern den Aufbau von Knochensubstanz und erhöhen damit die Knochendichte. Eine genaue Auskunft erhalten Interessierte bei ihrem Hausarzt oder bei Osteoporose-Selbsthilfegruppen.
Quelle: bayern-nachrichten.de / pressbot.net
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04.08.2006 - 8:54 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 309 X