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Gefahrenzone Sandkasten: Jedes Jahr verunglücken mehr als 15.000 Kinder auf Spielplätzen / Spielplatz-Kontrolleure der ZHD GmbH sorgen für Sicherheit auf 150 Spielplätzen in Nürnberg, Fürth und Erlangen


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Von Alexander Hauk

Nürnberg/Fürth/Erlangen (aha). Überstehende Nägel und Schrauben, Glasscherben, angefaulte Holzbauteile, weggeworfene Spritzen und Rattengift: Auf Spielplätzen lauern viele Gefahren. Jedes Jahr verunglücken Kinder – mitunter auch tödlich. „Wachsame Eltern können einen Beitrag zur Sicherheit von Spielplätzen leisten“, sagt Birgit Jachmann, Geschäftsführerin des Zentralen Hausmeisterdienstes (ZHD GmbH). Um Unfälle zu vermeiden, sollten Mängel unverzüglich an den jeweiligen Betreiber gemeldet werden, empfiehlt die Spielplatz-Expertin. Ihre Mitarbeiter sind vom TÜV Süd geprüfte Sachkundige und betreuen im Raum Nürnberg, Fürth und Erlangen rund 150 Spielplätze von Wohnanlagen. Neben den üblichen wöchentlichen Kontrollen erfolgen regelmäßig sogenannte Funktionskrontrollen und einmal jährlich eine große Hauptuntersuchung.

Meistens verletzen sich Kinder bei Sturzunfällen. Diese machen laut Jachmann rund 60 Prozent aller Unfälle auf Spielplätzen aus. Aufschürfungen, Platz- und Schnittwunden, Bänderrisse und Knochenbrüche können die Folge sein. Zwar seien Unfälle, bei denen sich Kinder strangulieren, äußerst selten. „Im Vergleich zu Stürzen haben sie aber schwerere Folgen“, warnt die Spielplatz-Expertin. Bundesweit seien in den vergangenen Jahren mehrere Kinder durch solche Unfälle erstickt. Deshalb suchen ihre Mitarbeiter gezielt nach so genannten Einzugsstellen für Kordeln und Bändern, zum Beispiel an Rutschen.

Vor allem von den nicht sofort sichtbaren Schäden an Spielgeräten geht eine große Gefahr aus: „Holzpfosten können zum Beispiel unter der Erde verfaulen, Eisenteile von innen rosten“, erklärt Jachmann. Der Zahn der Zeit nage auch an Kinderspielplätzen. „Spielgeräte sind das ganze Jahr über der Witterung ausgesetzt, verschleißen beim Gebrauch und erleiden auch durch mutwillige Beschädigung so manchen Schaden.“ Durch sachkundige Wartung der Geräte kann die Sicherheit auf Spielplätzen erhöht werden. Regelmäßig prüfen deshalb die ZHD-Mitarbeiter die im Raum Nürnberg-Fürth-Erlangen gelegenen Spielplätze, damit von den Spielgeräten keine Gefahr für Kinder ausgeht.

„Bei der Sichtprüfung werden die Spielplätze jede Woche von uns kontrolliert“, berichtet Jachmann. Die Mitarbeiter achten besonders auf gelöste Schraubverbindungen, Verschleiß an Ketten, schadhafte Seile und gebrochene oder zerschlagene Geräteteile, wie etwa Sprossen. Zudem gebe es alle drei Monate eine Funktionsprüfung, bei der alle Geräte auf Funktion und Stabilität getestet werden. Einmal im Jahr findet eine große Hauptuntersuchung statt: „Hier wird zusätzlich der Gesamtzustand der Anlage, das heißt die Anordnung der Geräte untereinander und das Umfeld, begutachtet und protokolliert“, sagt Jachmann. Während die Sichtprüfung nur wenige Minuten dauert, benötigen die Mitarbeiter für eine Jahreshauptuntersuchung rund eine Stunde. Spielgeräte mit Schäden werden bis zur Reparatur gesperrt.

Kontrollen gesetzlich vorgeschrieben

Die Kontrollen sind sogar gesetzlich vorschrieben: „Die Betreiber von Spielanlagen – in der Regel Kommunen und die Eigentümer von Wohnanlagen – sind verpflichtet in bestimmten Intervallen Wartungen und Inspektionen durch qualifiziertes Personal durchführen zu lassen“, erklärt Jachmann. Welchen Anforderungen ein Spielgerät gerecht werden muss, sind in den DIN EN Normen 1176 und 1177 geregelt. Hier finden sich konkrete Hinweise und Angaben zu Maßen, Abständen, Beschaffenheit von Materialien und zum Umfeld von Spielplätzen. „Doch die Praxis zeigt, dass die vorgeschriebenen Prüfungen auf manchen Spielplätzen gar nicht stattfinden oder die Kontrollen von nicht fachkundigem Personal durchgeführt werden“, kritisiert Jachmann.

Oft führe Finanznot, aber auch einfach nur Gedankenlosigkeit der Kommunen zu Unfällen auf Spielplätzen. „Die Sicherheit der Kinder ist in so mancher Gemeinde eine Frage des Geldes“, so Jachmann.
Um Geld zu sparen würden sie Billigkräfte losschicken, sagt die Spielplatz-Expertin. Man könne nur immer wieder an die Betreiber appellieren, auch bei knappen Kassen die Wartung der Spielplätze nicht zu vernachlässigen.

Rund 180.000 öffentliche Spielplätze gibt es in Deutschland. Davon sind etwa 500 in Nürnberg, Fürth und Erlangen. Die Plätze bieten Kindern und Jugendlichen Spiel-, Bewegungs- sowie Erfahrungsmöglichkeiten und sollen auch Orte der Begegnung und der Kommunikation sein. Nach Angaben der „Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder“ – eines Dachverbandes, dem 45 Organisationen angehören – ereignen sich bundesweit jährlich zwischen 12.000 und 15.000 Unfälle auf Spielplätzen. „Das sind die hochgerechneten Zahlen auf Basis der gemeldeten Unfälle, die Gesamtzahl liegt aber deutlich höher“, sagt Martina Abel. Ergebnisse einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigten, dass bei rund 23.000 Unfällen pro Jahr Spielplatzgeräte beteiligt sind, so die Geschäftsführerin des Dachverbandes.

Zwar ist die Anzahl der Unfälle auf Spielplätzen in den vergangenen Jahren gesunken. „Das liegt aber daran, dass es in Deutschland immer weniger Kinder gibt“, berichtet Abel. Vergleiche man die Gesamtzahl der Kinder mit der Anzahl der Unfälle, bleibe die Rate konstant.

Unfälle durch zu wenig Bewegung

Ein Grund, weshalb diese Rate nicht sinkt, ist mangelnde Bewegung: „Kinder haben heute im Vergleich zu früher schlechtere Bewegungskompetenzen und wissen nicht, wie sie sich bei einem Sturz abfangen müssen“, hat Jachmann beobachtet. Sie seien weniger trainiert und hätten eine schlechtere Raumwahrnehmung. „Kalkulierbare Risiken sind akzeptabel“, so Jachmann. Der „kleine Schmerz“ stelle eine wichtige Hilfe beim Erlernen und Trainieren des Verhaltens dar. Für Kinder, die noch nicht über diesen Erfahrungsschatz verfügen, sei es aber notwendig, für eine gewisse technische Sicherheit zu sorgen.

Zwar könne man auch Spielplätze bauen, bei denen von keiner Gefahr auszugehen sei, doch dieses Plätze würden von Kindern erfahrungsgemäß nicht angenommen. „Die Ausstattung müsste sich auf überwiegend rein statische Geräte beschränken, die weder zu erklettern sind, noch irgendwelche Bewegung zulassen und deshalb keinen Spiel- und Motivationswert haben“, sagt Jachmann.




Der Zentrale Hausmeisterdienst Nürnberg-Fürth-Erlangen (ZHD) wurde 1979 gegründet und ist eine der ältesten Hausmeisterdienste im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen. Ingesamt 20 fest angestellte Mitarbeiter kümmern sich um rund 250 Objekte im Großraum Nürnberg. Zu den Dienstleistungen des Unternehmens zählen unter anderem: Reinigungsarbeiten, Gartenbetreuung, Winterdienst, Rohrreinigung, Aufsperrservice und Schädlingsbekämpfung, sowie Oberflächensanierung von Natur- und Kunststeinböden und Sicherheitskontrollen von Kinderspielplätzen. Geschäftsführerin der ZHD GmbH ist Birgit Jachmann.

Quelle: bayern-nachrichten.de / pressbot.net

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29.08.2006 - 11:26 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 430 X

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