Gesundheitsreform: Fehlende Anreize zur Eigeninitiative
BAD MALENTE – Die aktuell diskutierten Maßnahmen zur Gesundheitsreform berücksichtigen nicht die notwendige Eigeninitiative der Menschen. Das betont der Gesundheitssenator im Berufsverband Deutscher Präventologen, Gert von Kunhardt. "Der diskutierte Eigenanteil bezieht sich stets auf Geldbeiträge, aber nicht auf Mitwirkung für die eigene Gesundheit", sagt von Kunhardt. "Damit ist die Gesundheitsreform kein Stück besser als alle Reformen vorher."
Besonders vermisst von Kunhardt Anreize, durch genügend Bewegung Krankheiten vorzubeugen und damit das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten. "Allein 27 Milliarden Euro fallen derzeit zur Behandlung von Diabetikern an, die wegen Bewegungsmangel oder schlechter Ernährung krank geworden sind." Rechnet man alle Folgekosten von falscher Ernähung und Bewegungsarmut zusammen, so belasten diese Punkte die Krankenkassen um jährlich 110 Milliarden Euro.
Von besonderer Bedeutung für die Gesundheit und damit für die Abwehrkräfte ist das körpereigene Lymphsystem. Schon einfache Bewegungen bewirken, dass Flüssigkeit und Eiweiße durch die Kapillaren in das Lymphsystem gelangen. "Dieser Vorgang geschieht nicht von selbst, sondern ist von An- und Entspannung der Muskulatur abhängig. Bewegen wir uns nicht, erlahmt das Abwehrsystem", sagt von Kunhardt.
Bewegungen mit einfachen Hilfsmitteln kosten weniger als der Monatsbeitrag für die Krankenkasse, haben aber umfassende Heilkräfte. "Es genügt, täglich zweimal ein wenig auf einem Trampolin herumzuwippen, um die Lymphe in Bewegung zu bringen die Lebensenergien zu aktivieren", so von Kunhardt. "Doch für solche einfache und günstige Methoden fehlt in dem mehr als 500 Seiten umfassenden Gesetzesentwurf jeder Anreiz."
Gert von Kunhardt
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23.10.2006 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 201 X