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Pal Dragos: Homöopathie oder Schulmedizin – Zur selbstverschuldeten Unmündigkeit


Bin ich jetzt auch noch für meine Krankheit schuldig? - So lautet die häufige, von Irritationen begleitete Frage der Patienten, wenn man in einer Arztpraxis das Thema der Selbstverantwortung anspricht. Dabei ist die Antwort klar und deutlich: für die Krankheit ist niemand schuldig, jedoch kann Schuld im Umgang mit einer Erkrankung entstehen, je nachdem wie bereit man ist, mit einer Krankheit umzugehen.

Die Frage der Schuld ist eine moralische Frage, genauso wie der Umgang mit Krankheiten. Wenn es nicht so wäre, würde heute niemand über die Möglichkeiten und Folgen der Gentechnologie und anderer medizinischer Maßnahmen diskutieren.
Jahrzehntelang haben nicht zuletzt die Gesundheitspolitiker den Eindruck erweckt, wenn man Mitglied in einer Krankenkasse sei, dann habe man mit seinem Obolus schon seiner Verpflichtung Genüge getan, man habe seine solidarische Gesinnung (was man auch immer darunter verstehen mag) mit seinem Ablass (den steigenden Gebühren der Krankenkassen) bewiesen (jedoch ist der Ablass nicht mit dem Aderlass zu verwechseln!). Und der Rest??? Der Rest wäre dann schon die Aufgabe der Ärzte.

Und genau in diesem Rest liegt das Problem! Verstehen wir den Begriff der Person im ganzheitlichen Sinne, wie ihn die Griechen noch verstanden haben, dann ist jede Krankheit eine Herausforderung für einen Menschen, sie kann eine Chance sein, seelische Fähigkeiten zu entwickeln und damit an der Krankheit zu reifen.
Dies geht jedoch nicht, wenn man als Patient ausschließlich (!) den Arzt auffordert: Tun sie doch etwas, schließlich zahle ich die Kassengebühr!

Zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Krankheit gehört mehr als nur das Angebot der Krankenkassen an einer kollektiven Teilhabe gängiger medizinischer Techniken. Nur Symptome zu bekämpfen, bedeutet, die Hausaufgaben des Schicksals unbeachtet verstreichen zu lassen. Die Kosten, einer solchen kollektiven Strategie zu frönen, sind enorm hoch, wahrscheinlich unbezahlbar. Aufklärung darüber setzt dort an, wo sich Kritik regt. (Herbert Schnädelbach)
Zu dieser Kritik gehört auch die Revision eines Menschenbildes, wie ich sie in drei Essays unter dem Titel „Homöopathie oder Schulmedizin“ versuchte darzustellen. Das Abschütteln der Unmündigkeit bedarf der „Entschließung und des Mutes“ (Immanuel Kant) und beginnt mit dem Zweifel, mit Symptomen „der Verunsicherung und Erschütterung lebensweltlicher Selbstverständlichkeiten“. (Schnädelbach)

Es bleibt natürlich die Frage, ob die jährlich steigende Kassengebühr außerhalb der Politik noch jemanden erschüttern kann.

Informationen und Anregungen zum Thema Homöopathie oder Schulmedizin in:
Dr. Dr. Pal Dragos: Homöopathie oder Schulmedizin, 2005, BoD, Norderstedt

Weitere Informationen und Leseproben unter:
www.pal-dragos.de





Quelle: Wachstumstrend Forschungsinstitut und Verlags-GmbH / pressbot.net

18.01.2007 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 247 X

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