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Durchbruch in der Klimaforschung


Arbeitsgruppe unter der Leitung der Austrian Research Centers kann zukünftigen Klimawandel in Österreich erstmals detailliert einschätzen.



Drei Jahre dauerten die Arbeiten für das richtungsweisende Forschungsprojekt. Finanziert durch die Austrian Research Centers ARC versammelten sich die Größen der österreichischen Klimamodell-Forschung, um eine detaillierte Datengrundlage für ihren Wissenschaftszweig zu schaffen - 10 Jahre Zukunftsklima für Österreich im Stundenintervall als 10 km Raster und auf Tagesbasis im 1 km Raster. Während bisher grob gerasterte Weltklimadaten oder ausländische Daten auf Österreich bezogen wurden, gibt es nun passgenaue Berechnungen für unser Land. Die Auswirkungen des Klimawandels können somit auch kleinräumig für einzelne Regionen berechnet werden. Das Ergebnis wird die Klimadiskussion in unserem Land mit Sicherheit anheizen. Ich hoffe, dass unsere Modellergebnisse möglichst schnell dazu genutzt werden, um unser Land auf den voranschreitenden Klimawandel gut vorzubereiten!, so Projektleiter Wolfgang Loibl von den Austrian Research Centers.



Voraussagen über die Klimaveränderungen in unserem Land standen zuweilen auf tönernen Füßen. Die WissenschafterInnen arbeiteten zwar mit guten internationalen Modellergebnissen, für ein kleines und gebirgiges Land wie Österreich waren diese aber zu ungenau. Die Arbeitsgruppe um Loibl adaptierte nun die beiden anerkannten internationalen Modelle MM5 und Aladin für Österreich um ausgehend von Weltmodelldaten im 100 km Raster das regionale Klima für den Alpenbogen im 10 km Raster zu berechnen. In einem aufwändigen Prozess wurde das neue Modell zunächst mit Messdaten aus den Achtziger-Jahren geprüft. Auf Tagesbasis wurden die Modellwerte mit den Messdaten verglichen um das Modell weiter zu optimieren. Nach diesem Testrun in der Vergangenheit wurde das neue Modell für den Zeitraum 2040 bis 2050 durchgerechnet.



Hitzetage nehmen zu, Niederschläge nehmen ab, regionale Unterschiede sind hoch

Die jetzt vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass der Temperaturanstieg in Österreich tatsächlich mit großen regionalen Unterschieden verlaufen wird. Die mittlere Jahrestemperatur wird im Zeitraum 2041 bis 2050 im Schnitt um rund 2 bis 2,5 ºC ansteigen, im Bereich des Alpenhauptkammes sogar um bis zu 3 ºC. Die Temperaturveränderung wird sich auch im Jahreszeitenverlauf unterschiedlich bemerkbar machen, wobei der Herbst generell den größten Temperaturanstieg verzeichnen wird. Die Hitzetage werden sich im Osten vervierfachen, die Niederschläge verringern sich, wobei auch hier der Osten stärker betroffen ist. Die Anzahl der Frosttage wird sich in Tallagen in etwa halbieren.



Vorbereitung der Regionen ist nötig

Jetzt ist es wichtig, die vorliegenden Daten richtig zu nutzen, um negative Folgen abzupuffern., appelliert Projektleiter Loibl. Ich glaube, man sollte versuchen, den Klimawandel nicht generell als Schreckgespenst darzustellen. Es wird sicher auch Regionen geben, die vom Klimawandel profitieren werden. Die anderen sollten sich bereits heute darauf vorbereiten. So könne schon jetzt damit begonnen werden, Lösungen für die Land- und Forstwirtschaft zu suchen. Nicht alle derzeit bewirtschafteten Nutzpflanzen werden dem Klimawandel gewachsen sein, Alternativen dazu können auf Basis des neuen Klimamodells regional passend gefunden werden. Und auch die regionale Raumplanung und der Tourismus tun gut daran, sich auf die neuen Daten zu stützen. Wir können nun relativ genau vorhersagen, welche Gebiete in Zukunft verstärkt von Muren oder Hochwasser betroffen sein werden oder in welche Gemeinden die Schneesicherheit nicht mehr gegeben sein wird. Heute haben wir noch die Chance mit vorausschauenderPlanung gegenzusteuern um wirtschaftliche Schäden in Zukunft zu verringern. Insgesamt muss die Klimafolgenforschung in Österreich noch weiter ausgebaut werden.



Projektpartner

Austrian Research Centers ARC, Geschäftsfeld systems research

Institut für Metereologie und Geophysik der Univ. Wien

Institut für Metereologie der Univ. für Bodenkultur

Wegener Zentrum der Univ. Graz

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG



Rückfragehinweise

reclip:more homepage (mit report download area)

http://systemsresearch.ac.at/projects/climate



Communications:

Mag. Michael H. Hlava

Leiter Corporate Communications

Austrian Research Centers GmbH - ARC

Telefon: +43 (0)50550-2046

Fax: +43 (0)50550-2010

Mobil: +43 (0)664 620 77 66

michael.hlavaarcs.ac.at

http://www.arcs.ac.at



Science:

Dr. Wolfgang Loibl

Leiter Geschäftsfeld Spartial Systems

systems research

Austrian Research Centers GmbH - ARC

Telefon: +43 (0)50550-4587

Fax: +43 (0)50550-4599

Mobil: +43 (0)664 825 11 86

wolfgang.loiblarcs.ac.at

22.06.2007 - 17:02 Quelle: pressetext.de | Gelesen: 202 X

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