Diagnose Burnout: Auf den Erschöpfungstyp kommt es an
Burnout wurde lange Zeit als Managerkrankheit abgetan. Die Realität zeigt jedoch: Burnout ist zur Volkskrankheit geworden. Experten schätzen, dass circa 1,6 Millionen Bundesbürger an chronischer Erschöpfung leiden. Offensichtlich sind Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Dauernde Müdigkeit, ständig das Gefühl überfordert zu sein, Konzentrationsstörungen - und das schon, bevor man mit der Arbeit begonnen hat. Ist das Einbildung oder steckt dahinter eine ernstzunehmende Krankheit?
Erschöpfung ist nicht gleich Erschöpfung
Das Gesundheitsportal http://www.phytodoc.de befragte den Chefarzt der NaturaMed-Vitalclinik in Bad Waldsee, Dr. med. Vinzenz Mansmann, langjähriger Anti-Stress-Experte und Buchautor von Total erschöpft. Er unterscheidet zehn verschiedene Formen. Je nach zugrunde liegender Ursache teilt er das Burnout-Syndrom in unterschiedliche Erschöpfungstypen ein.
Die verschiedenen Arten von Erschöpfung und was Sie selbst tun können, lesen Sie unter http://www.phytodoc.de/news/
1. Das Depressive Schwäche-Syndrom
Dieser Erschöpfungstyp hat seine Ursache in psychischen Dauerbelastungen, Trauer, Sorgen und Ängsten sowie Schockerlebnisse. Eine Depression ist das typische Krankheitsbild.
2. Das Nervöse Überforderungs-Syndrom
Überforderung durch Stress - das leuchtet ein. Doch ganz so einfach ist das mit dem Stress nicht! Völlig frei von Stress würden wir verkümmern. Stress erzeugt heilsame Spannkraft und hält uns in normaler Dosis elastisch. Das Herzflattern vor einem Rendezvous ist ein Beispiel für positiven Stress, auch Eu-Stress genannt. Ärger, Hass, Wut, Eifersucht oder Neid sind Beispiele für negativen Stress oder Distress.
3. Das Abwehrschwäche-Syndrom
Die Gesetze von Eu-Stress und Distress gelten nicht nur für den Körper im Gesamten. Jedes einzelne Organ lässt sich unter diesem Blickwinkel betrachten. Ursachen dieses Erschöpfungstyps können geschwächte Organe, psychische Ursachen oder Störungen des Immunsystems im Darm sein, wie z.B. Darmpilze oder Folgeschäden von Antibiotika (Dysbiose).
4. Das Kreislaufschwäche-Syndrom
Symptome dieses Erschöpfungstyps sind morgendliche Anlaufprobleme, Schwindel beim Aufstehen, nach dem Bücken oder bei längerem Stehen, Neigung zu Kopfschmerzen, Wetterfühligkeit, Konzentrationsstörungen am frühen Morgen oder Lernschwierigkeiten in den ersten Schulstunden. Wirksame pflanzliche Heilmittel: Maiglöckchentabletten (Miroton®), Ginseng, Guarana, Mate, Enzyme, Echinacea, Blütenpollen, Gelee-Royal, Propolis.
5. Das Hormonstörungs-Syndrom
Chronische Müdigkeit kann Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion sein, deren Ursache im harmlosesten Fall ein ernährungsbedingter Jodmangel ist. Stimmungstiefs in den Wechseljahren können auf eine nicht erkannte schleichende Eierstocksentzündung mit Mangel an weiblichen Hormonen hinweisen. Eine sehr seltene Ursache können auch Störungen der Nebennieren (Addison-Krankheit) oder der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) sein.
Wirksame pflanzliche Heilmittel: Traubensilberkerze, Johanniskraut, Gelee-Royal, zweimal wöchentlich Meeresfisch essen, jodhaltige Algentabletten
6. Das Stoffwechselschwäche-Syndrom
Alle an der Verdauung beteiligten Organe tragen dazu bei, aus der Nahrung Energie zu gewinnen. Gesundheitliche Störungen an diesen Organen haben einen Energiemangel (Erschöpfung) zur Folge. Insbesondere die Funktion von Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse oder Darm sind bei diesem Erschöpfungstyp gestört. Wirksame pflanzliche Heilmittel sind unter anderem: Mariendistel, Artischocke, Schwarzkümmel, Spirulina.
7. Das Mangelernährungs-Syndrom
Trotz Wohlstand mehren sich wieder die Fälle von Mangelernährung und die dafür typischen Erschöpfungszustände.
8. Das Vergiftungs- und Allergie-Syndrom
Ursache dieses Erschöpfungstyps sind Belastungen unseres Immunsystems durch Wohngifte, wie Schadstoffe in Teppichklebern oder Wandfarben, Holzschutzmittelgifte sowie Nebenwirkungen von Medikamenten oder allergische Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel. Dies führt zu Abwehrschwäche und leichter Ermüdbarkeit.
9. Das Syndrom chronischer Erkrankungen
Die Ursache dieses Erschöpfungstyps wird in der Dauerbelastung durch chronische Krankheiten, wie z.B. Diabetes, Blutarmut (Anämie), Arteriosklerose oder andere chronisch verlaufende Darm-, Lungen- oder Herzkrankheiten gesehen. Anmerkung: ohne genaue Diagnose des Arztes ist hier keine Therapieempfehlung möglich.
10. Das chronische Müdigkeits-Syndrom (CFS)</b>
Diese Diagnose ist ein Sammelbegriff. Hierunter werden Erschöpfungszustände eingereiht, die bestimmte typische Kriterien erfüllen, aber nicht eindeutig einer Krankheit zugeordnet werden können. Anmerkung: ohne genaue Diagnose des Arztes ist hier keine Therapieempfehlung möglich.
GRAFIK im Überblick:
http://www.naturamed.de/burnout/de/verein/bildmaterial/grafiken/naturamed-grafikarchiv.html?start=2&view=upload%2Fgrafikgalerie%2F16_BurnoutVerstrickung.jpg
Gezielt vorbeugen
Es muss nicht zwangsläufig zum Erschöpfungs-Syndrom kommen. Um rechtzeitig gegensteuern zu können, hat Dr. Mansmann zwölf goldene Regeln aufgestellt, die den Betroffenen lehren, das Leben mit anderen Augen zu sehen und sein Fehlverhalten zu erkennen - ohne sich dafür zu tadeln.
Grafik:
http://www.naturamed.de/burnout/de/verein/bildmaterial/grafiken/naturamed-grafikarchiv.html?start=&view=upload%2Fgrafikgalerie%2F04_grafik.jpg).
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25.10.2007 - 17:02 Quelle: pressetext.de | Gelesen: 143 X
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