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Kühe in den Zoo?


Regionale Milchversorgung sicherstellen


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(djd/pt). Bei einem sommerlichen Ausflug aufs Land gehören sie einfach dazu: Ob braun oder buntscheckig, Kühe sind heute in den meisten Regionen Deutschlands ein alltäglicher Anblick. Doch die Kuh auf der Weide ist nicht nur malerisch. Sie steht auch für eine flächendeckende, standortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung mit dem wertvollen Grundnahrungsmittel Milch und der Vielfalt an frischen Milchprodukten. Die Verfügbarkeit von Frischmilch und Sauermilchprodukten wie Quark, Joghurt oder Buttermilch in jedem Supermarkt ist für die Verbraucher heute selbstverständlich. Bei der wirtschaftlichen Situation, in der sich viele Milchviehhalter inzwischen befinden, könnte sich dies aber ändern.



Steigende Preise und fallende Erlöse



Der Preis, den die Erzeuger für ihre Milch bekommen, ist seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stetig gefallen. Nach einem "Zwischenhoch" von über 40 Cent im letzten Herbst bewegt er sich in diesem Jahr wieder rapide auf die 30 Cent zu. Da die Preise für Futtermittel und noch mehr für Energie stark gestiegen sind, zehren viele Milchbauern bereits heute von ihrer Substanz. Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands der Milchviehhalter e.V. (BDM) und selbst Milchbauer im Allgäu, berichtet, dass die Kosten für die Erzeugung eines Liters Milch heute schon weit über 43 Cent liegen. Viele Betriebe überleben nur "durch Selbstausbeutung", weil sie Lohnkosten (rund 19 Cent je Liter) durch die Mitarbeit von Familienmitgliedern einsparen und keine Rücklagen für neue Betriebsmittel bilden. Eine notwendige Investition oder beispielsweise der Tod der mitarbeitenden Eltern bedeutet dann oft das Aus.



40 Cent plus



Wenn die Erzeugerpreise sich nicht dauerhaft über 40 Cent einpendeln, wird dies nach der Ansicht von Schaber auch der Verbraucher zu spüren bekommen. "Nur noch solche Betriebe, die von Großkonzernen gelenkt werden, könnten dann überleben", warnt Schaber, "ein Großteil des Bedarfs müsste - wie heute schon in England - über Exporte und Trockenmilch gedeckt werden." Das hätte nicht nur auf die Qualität und Vielfalt des Angebots Auswirkungen, sondern auch für die Umwelt. Denn Milchviehhaltung sei auch Landschaftspflege. Sterben die Höfe, müssten hier Staat, Länder und Gemeinden einspringen - die Rechnung dafür zahle der Verbraucher indirekt über Steuern. Zudem weist Schaber darauf hin, dass eine regionale Produktion Transportwege und damit Treibstoff einspare.

Quelle: djd / pressetreff.de

10.06.2008 - 10:04 Quelle: pressetreff.de | Gelesen: 117 X

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