Alles dicht? - Kontrolle wird bei Gasleitungen groß geschrieben
Die RWE arbeitet beim Betrieb des Transportnetzes Gas nach dem Motto "Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser". Gleich mehrfach, auf dem Boden und aus der Luft wird das Transportnetz überwacht, durch aktiven und passiven Korrosionsschutz geschützt.
Die Gasleitungen sind unterirdisch etwa einen Meter tief verlegt. Eine Umhüllung schützt sie gegen Korrosion. Mögliche Beschädigungen an der Hülle werden durch einen so genannten kathodischen Schutz verhindert. Dazu werden die Rohre mit circa - 0,9 Volt unter Spannung gesetzt. Spannungsabweichungen sind Zeichen für schadhafte Umhüllungen, die so frühzeitig lokalisiert und ausgebessert werden.
Neben diesem unterirdischen Schutz werden die Leitungen von hoch oben aus dem Hubschrauber kontrolliert. In etwa 80 Metern Höhe wird jeweils ein Bereich von 200 Metern links und rechts der Trasse überwacht. "An Bord sind der Pilot und ein Beobachter. Auf einem Laptop haben sie eine Karte des Leitungsnetzes. Mit einem digitalen Meldesystem erfasst der Beobachter alle Baumaßnahmen und ungewöhnlichen Vorkommnisse entlang der Leitungen," erklärt Frank Rathlev, stellvertretender Leiter des Operations Transportnetz Gas der RWE Rhein-Ruhr Netzservice GmbH.26 Mal pro Jahr wird jede einzelne Leitung abgeflogen. Geflogen wird auch bei schlechtem Wetter, erst wenn es sehr stürmisch oder nebelig ist, wird der Flug verschoben.
Die Meldungen der Besatzung landen noch am selben Tag in Duisburg auf dem Rechner der zuständigen Mitarbeiter in der Netzauskunft. Sie bearbeiten die Daten mit höchster Priorität und stellen so schnell fest, ob etwa unangemeldete Baustellen beobachtet wurden. Dann reagieren die Techniker des Netzservice sofort: "Wir sehen uns das vor Ort an und wenn eine Leitung durch Baumaßnahmen gefährdet ist, lassen wir zur Not auch schon mal eine Baustelle in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ordnungskräften stilllegen", erläutert Frank Rathlev. Und es kommt auch vor, dass der Pilot direkt neben der Baustelle landet. "Wenn der Beobachter glaubt, dass Gefahr in Verzug ist, geht dieser sofort runter", so Rathlev. Dann muss die Baufirma ein Einweisungsprotokoll vorlegen oder eben die Arbeiten einstellen. Grundsätzlich ist jeder verpflichtet, rechtzeitig vor Beginn von Bautätigkeiten Erkundigungen über die Betroffenheit von Leitungen und Anlagen einzuholen. Dann gibt es für die Firmen Auflagen und Pläne über den Leitungsverlauf. RWE-Experten zeigen darüber hinaus die Lage der Leitungen durch Markierungen vor Ort an. Die Ergebnisse der Einweisung werden für beide Parteien schriftlich festgehalten.
Wo Baumkronen und Bebauung den Blick auf den Leitungsverlauf erschweren, machen sich die Fachleute zu Fuß oder mit Fahrzeugen auf den Weg. Innerhalb von bebautem Gebiet gehen die Techniker das Gasnetz jährlich ab, ausgerüstet mit einem Rohrsuchgerät und einem Gasspürgerät. Sie gehen Bürgersteige, Straßen, Vorgärten und Parkanlagen ab. Meter für Meter. "Im Prinzip funktioniert unser Gasspürgerät wie ein Staubsauger", erklärt Lutz Reimann, Leiter der Organisationseinheit "Leitungen Bereich Nord". "Das Gerät saugt Luft vom Boden an und analysiert in dem mitgeführten Prüfgerät diese auf Erdgas.
Erdgas ist leichter als Luft, steigt also bei einer eventuell undichten Stelle immer nach oben an die Erdoberfläche. Die Spezialgeräte können winzige Gasspuren in Millionstel-Konzentrationen selbst durch befestigte Obeflächen messen. Auch die kleinste Undichtigkeit wird unverzüglich instandgesetzt.
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Quelle: RWE AKTIENGESELLSCHAFT / pressrelations.de
04.11.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 2095 X
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