Nur jeder neunte Berliner sagt: „Ich bin ein Hausbesitzer“ – Warum der demographische Wandel ein Argument für den Immobilienbesitz ist
Von Nicolaus Gläsner
Bonn/Düsseldorf – Die Welt wohnt in den eigenen vier Wänden. Für Deutschland gilt diese Aussage jedoch nicht. Während die Eigentumsquote in Spanien bei stolzen 81 Prozent liegt, erreicht sich hierzulande nur schlappe 43. Auch in Irland (78 Prozent), den Vereinigten Staaten (69 Prozent) oder Großbritannien (ebenfalls 69 Prozent) lebt man nach der Devise „My home ist my castle“. „Deutschland ist beileibe keine Hochburg der Immobilieneigner“ schreibt das Magazin Der Spiegel http://www.spiegel.de und legt den Finger in die Wunde. Denn aufgrund des demographischen Wandels wäre Deutschland gut beraten, mit den anderen Ländern gleichzuziehen. Dass die staatlichen Renten nicht mehr sicher sind, ist in den Köpfen der meisten Bürger angekommen. Private Vorsorge ist zwingend notwendig, wenn man nicht im Alter am sozialen Krückstock gehen will. Untersuchungen haben ergeben, dass Immobilieneigner mehr beiseitelegen können als Mieter. Während sie bis zum Renteneintritt gut acht Prozent ihres Jahreseinkommens ansparen können, sind es bei den Mietern nicht einmal sieben.
Im Vergleich zu Mieten sei der Erwerb von Wohneigentum oft zu teuer, befindet das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) http://www.dia-vorsorge.de, das von der Deutschen Bank und der Zürich Gruppe finanziert wird. Während in den USA für ein Haus oder eine Wohnung im Schnitt nur zwei bis drei Nettojahresgehälter aufgebracht werden müssen, ist es in Deutschland mit fünf bis sechs Gehältern fast das Doppelte. In manchen Städten wie Berlin ist die Miete extrem niedrig, so dass nur jeder neunte Berliner sagen kann: „Ich bin ein Hausbesitzer“. Dabei gilt Immobilienbesitz als ideale Altersvorsorge. „Ein Haus oder eine Eigentumswohnung garantiert nach getilgten Hypotheken mietfreies Wohnen. Und eine fremdvermietete Wohnung kann für zusätzliche Einnahmen im Alter sorgen“, schreibt Haus und Markt http://www.haus-und-markt.de. Eine eigene Immobilie, private Rentenversicherungen und beispielsweise die Riester-Rente seien tragfähige Säulen der Altersvorsorge, die von der immer mickriger werdenden staatlichen Basisrente flankiert werden.
Nach Analysen der Zeitschrift Erfolg machen vermietete Wohnungen Anlegern viel Freude. „Wohnimmobilien als privates Investment werden zunehmend attraktiv – zumindest in Westdeutschland“, so der von Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de, herausgegebene Fachdienst. Die Mietrendite – also das Verhältnis von Mietzahlung zu Kaufpreis – liege inzwischen klar über dem internationalen Durchschnitt und sei auch deutlich höher als eine Festzinshypothek mit zehnjähriger Laufzeit. Dies belege eine aktuelle Immobilienstudie der Dresdner Bank http://www.dresdner-bank.de. Die Mietrendite liegt zurzeit in Westdeutschland bei 5,3 Prozent und schlägt somit den Ertrag vieler anderer Anlageformen. In einigen abgelegeneren Gegenden der neuen Bundesländer sieht die Situation etwas anders aus. Wer allerdings sicher ist, auch lange als Selbstnutzer dort zu wohnen, für den sind die eigenen vier Wände unter dem Aspekt der eingesparten Miete aus finanzieller Sicht sogar noch attraktiver als im Westen.
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
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20.10.2006 - 8:53 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 410 X
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