Milchbauern übergeben Forderungskatalog an Politik, Molkereien und Handel
Spontanaktion der Milchbauern auf dem Deutschen Bauerntag
Im Vorfeld des Milchforums auf dem Deutschen Bauerntag in Rostock am 21. Juni 2005 demonstrierten rund 100 Milchbauern vor der Rostocker Stadthalle gegen den ruinösen Preisverfall bei Milch und Milchprodukten. Ihren Unmut über ihre angespannte wirtschaftliche Lage und den unter Druck geratenen Milchpreisen verliehen sie mit Plakaten, Milchkannen und Kühen deutlichen Ausdruck. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, und der Vorsitzende des Fachausschusses Milch, Otto-Diedrich Steensen, übergaben einen Forderungskatalog an die Vertreter der Politik, des Handels und der Molkereien, die im anschließenden DBV-Milchforum ihre Sicht der "Perspektiven für die Milchwirtschaft" aufzeigten.
Sonnleitner hob in seiner Ansprache hervor, dass die Milchproduktion der wichtigste Einkommenszweig der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft ist, die Milcherzeuger nun aber unter einem existenzbedrohenden Einkommensdruck stehen. Da 1.600 Euro durchschnittliches Einkommen je Arbeitskraft kein gerechter Lohn sei und keine Möglichkeit für Zukunftsinvestitionen böte, müsse der negative Einkommenstrend der letzten Jahre endlich gestoppt werden. In den zahlreichen Aktionen und Demonstrationen der letzten Wochen und Monate forderten die Milchbauern eine Trendwende hin zu einer wettbewerbsfähigen, standortgebundenen und qualitativ hochwertigen Milchproduktion in Deutschland. Vom Deutschen Bauerntag 2005 in Rostock soll ein starkes Signal von engagierten Milch¬erzeugern ausgehen, die unter der Führung des DBV für diesen Kernbereich der deutschen Landwirtschaft, ihre Familien und ihre Betriebe kämpfen, erklärte Sonnleitner.
Ziel der Bauern sei es, gemeinsam mit den Marktpartnern wettbewerbsfähige Milchpreise zu erreichen. Von der Politik erwarten die Bauern nach Aussage des DBV-Präsidenten, dass sie für die Milcherzeuger einstehe und die Milchquote flexibel der Marktlage angepasst werde. Ebenso formulierten die Bauern Forderungen an den Lebensmitteleinzelhandel, an die Molkereien sowie in die eigenen Erzeugerreihen hinein. Sonnleitner wies darauf hin, dass die Rabattschlachten des Lebensmitteleinzelhandels die Grundversorgung der Bevölkerung empfindlich gefährde. Auch müsse die Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel durch einen fairen Preis auf allen Stufen der Kette honoriert werden. Weiterhin müssten - so Sonnleitner - die Molkereistrukturen unverzüglich und strategisch der Marktlage angepasst werden. Indem Landwirte Milchliefergemeinschaften bildeten und dadurch die Position der Milcherzeuger in den Molkereiunternehmen festigten, werde dies erleichtert, betonte Sonnleitner.
Bildmaterial von dieser Spontandemonstration im Vorfeld des DBV-Milchforums kann bei der Pressestelle des DBV bezogen werden.
Ansprechpartner: Pressestelle Deutscher BauernverbandE-Mail: pressebauernverband.de
Quelle: DEUTSCHER BAUERNVERBAND (DBV) / pressrelations.de
24.06.2005 - 12:38 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 320 X

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