anzeige [x]

 PM online: 57.273
 Redakteure registriert: 2.909
 Gesamtreichweite (Aufrufe Meldungen): 11.727.675

Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission IWC in Südkorea - "Nichts geht mehr!"




WWF zieht Bilanz: Walschutz bleibt erhalten, Walfang trotzdem intensiviert

Bildmaterial zu dieser Meldung können Sie im Internet unter www.wwf.de/presse/bilder herunterladen oder direkt bei Christian Engel anfordern (069-79144-145)

Frankfurt, 24.6.2005 - Mit gemischten Gefühlen blickt der WWF auf die am Freitag in Ulsan, Südkorea, zu Ende gegangene Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission IWC zurück. Zwar konnte eine Aufhebung des seit knapp 20 Jahren bestehenden Fangstopps auf Großwale abgewendet werden. Der Stimmenvorsprung war jedoch so knapp wie nie zuvor. "Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich Japan genug Unterstützer eingekauft hat", so Volker Homes, Walexperte des WWF. Trotz massiver Lobbyarbeit der Japaner waren die Walfangnationen mit allen Anträgen für eine Reduzierung des Walschutzes gescheitert.

"Im Großen und Ganzen haben wir eine typische IWC-Konferenz gesehen", urteilt Homes. "Es ging weder vor noch zurück. Japan und seine Verbündeten scheiterten mit ihrem Anliegen, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen, die Walfang-Gegner mit der Ausweitung des Walschutzes. Die IWC verkommt mehr und mehr zu einem schlechten Schauspiel. Keine der beiden Seiten ist zu Zugeständnissen bereit." Im Interesse der Wale sei es dringend notwendig, die verhärteten Fronten aufzubrechen. Unabhängig davon ob die Staaten für oder gegen den Walfang sind. Denn, so der WWF-Experte, auch wenn die IWC Japans Forschungsprogramm regelmäßig verurteilt, erreichen die Fangquoten Jahr für Jahr neue Höhen und umfassen immer mehr Arten.

Japan hatte auf der IWC eine Ausweitung seines Programms zum wissenschaftlichen Walfang angekündigt. Als Katastrophe für den Artenschutz bezeichnet Walexperte Homes dabei vor allem die Ansage Japans, auch stark bedrohte Finn- und Buckelwale jagen zu wollen. Von den Teilnehmern der Konferenz wurde das Programm verurteilt. Der WWF hatte im Rahmen der Konferenz eine Studie vorgestellt, die belegt, dass Walforschung heute möglich ist, ohne die Tiere dabei zu töten.

Am letzten Tag der Konferenz wurde ein weiteres Mal über den so genannten "Revidierten Bewirtschaftungsplan" (RMS) diskutiert, der das Walmanagement neu regeln soll. Diese Debatte beschäftigt die IWC seit nunmehr einem Jahrzehnt. Ein unter anderem von der deutschen Delegation eingebrachter Antrag wurde angenommen. Er sieht ein Ministertreffen der Mitgliedsstaaten noch vor der nächsten IWC-Tagung vor, um das weitere Vorgehen zu diskutieren. Der WWF unterstützt diesen Plan. Da sich sämtliche Pro-Walfang-Länder enthalten haben, ist jedoch unklar, welchen Erfolg die Konferenz haben kann.

 

Weitere Informationen:Volker Homes, Fachgebiet Biodiversität, WWF Deutschland, Tel.: 069/79144-183Christian Engel, Pressestelle WWF Deutschland,Tel.: 069/79144-145,Fax: -116



Quelle: WWF / pressrelations.de

24.06.2005 - 12:38 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 311 X