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Aufwärts mit halber Energie
Aufzüge in Europa verbrauchen mit einem jährlichen Gesamtenergiebedarf von rund 18 TWh etwa so viel Strom wie der deutsche Schienenverkehr. Gelingt es, den Stillstandsverbrauch zu reduzieren und neue Technologien einzusetzen, kann die Hälfte davon eingespart werden. Allerdings scheitert die Umsetzung bisher oft an mangelndem Wissen aber häufig auch an dem Investor - Nutzer - Dilemma. Zu diesen Schlüssen kommen Wissenschaftler im EU-Projekt Energy efficient elevators and escalators, das von der Universität in Coimbra, Portugal, koordiniert wurde. Aus Deutschland beteiligte sich das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI an den Forschungsarbeiten, deren Ergebnisse jetzt von der Website des Projekts heruntergeladen werden können.
Am Gesamtstromverbrauch eines Gebäudes haben Aufzuganlagen einen geschätzten Anteil von etwa 3 bis 5%. Drei Faktoren spielen dabei eine Rolle:
die Leistungsaufnahme während des Stillstands
/>die Leistungsaufnahme während der Fahrt
die Nutzungshäufigkeit
Insbesondere beim Energieverbrauch während der Stillstandszeiten sehen die Forscher ein erhebliches Optimierungspotenzial: Die Aufzüge in Wohngebäuden sowie in der Industrie verbrauchen durchschnittlich rund 70 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs im Ruhezustand. Bei Bürogebäuden liegt der Anteil aufgrund der höheren Fahrtenzahl immerhin noch 40 Prozent. Europaweite Messungen an Aufzugsanlagen in unterschiedlichen Gebäudetypen ergaben sehr unterschiedliche Verbräuche, die von deutlich unter 100 Watt bis über 700 Watt reichen. Die Unterschiede erklären sich zum einen durch unterschiedlich effiziente Komponenten, zum anderen durch variierende Ausstattungen der Anlagen.
Die Planung und Auslegung legt die Energieeffizienz über den gesamten Lebenszyklus der Anlage weitgehend fest. Mit der Auswahl energieeffizienter Komponenten und deren intelligenter Steuerung erschließt sich daher über viele Jahre ein beachtliches Einsparpotenzial. Dieser Aspekt liegt oft nicht im Fokus von Herstellern und Betreibern, zumal der Investor vielfach nicht der Gebäudenutzer ist. Gerade bei Objekten mit mehreren Parteien werden zudem Energiekosten von Aufzügen aufgeteilt und wenig beachtet.
Zum Hintergrund
In den 27 EU-Staaten sind derzeit etwa 4,8 Millionen Aufzüge für unterschiedliche Zwecke in Betrieb, wie etwa den bequemen und barrierefreien Transport zwischen zwei Stockwerken eines Gebäudes, zur Erschließung von Hochhäusern über mehrere hundert Meter Höhenunterschied hinweg oder zum Transport großer Lasten, etwa in der Industrie. In Deutschland gibt es rund 650.000 Anlagen, von denen zwei Drittel in Wohngebäuden zu finden sind.
Forschungsbericht
Die Forschungsergebnisse für die Verbesserung der Energieeffizienz von Aufzügen und Fahrtreppen in Büro- und Wohngebäuden können unter www.e4project.eu heruntergeladen werden.
www.bine.info
Bonn - Veröffentlicht von pressrelations
Quelle: BINE Informationsdienst / pressrelations.de
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