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Umweltinstitut München weist hohe radioaktive Belastung nach: Wieder strahlende Pfifferlinge im Handel




München, 2. September - In München sind erneut Pilze mit unzulässig hoher Strahlenbelastung in den Handel gelangt. Das Umweltinstitut München hat bei einer Stichprobenuntersuchung von Pfifferlingen 1000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm (Bq/kg) Frischmasse nachgewiesen.
Der EU-Grenzwert liegt bei 600 Bq/kg. Die laut Herkunftsbezeichnung aus Rumänien stammenden Pilze waren möglicherweise falsch deklariert.

Erst im vergangenen Herbst hatte das Umweltinstitut München den Verkauf kontaminierter Pfifferlinge in der Münchner Fußgängerzone aufgedeckt. Das Institut prophezeit, dass auch die neuerliche Grenzwertüberschreitung nicht die letzte gewesen ist, sollte sich bei der Lebensmittelüberwachung nichts ändern. Der Anstieg der Cäsium-Belastung bei osteuropäischen Pfifferlingen in den letzten Jahren ist auffallend, erklärt Karin Wurzbacher, Physikerin am Umweltinstitut München. Pilze aus Osteuropa, vor allem aus Litauen oder Lettland, waren

in der Vergangenheit zum großen Teil deutlich geringer belastet als die vor unserer Haustür - sofern sie nicht gerade aus den von Tschernobyl hochkontaminierten Gebieten in Weißrussland, Russland oder der Ukraine kamen. Die Vermutung liegt daher nahe, dass nun mit Tricks gearbeitet wird, so Wurzbacher.

Das Umweltinstitut München hat Hinweise darauf erhalten, dass Pfifferlinge aus verschiedenen osteuropäischen Ländern etwa nach Litauen gebracht werden, um dort verpackt und verschickt zu werden - und zwar mit der unverdächtigen Herkunftsbezeichnung Litauen. Denselben Informationen zu Folge sollen Pilze aus kontaminierten Regionen mit solchen aus Gebieten mit geringer Belastung gemischt werden, damit auch extrem hoch belastete Pilze in den Handel kommen können. Das ist eine üble Verbrauchertäuschung. Damit werden uns Pilze untergejubelt, die nicht auf die Märkte kommen dürften, kritisiert Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München. Unsere jüngste Messung beweist erneut, dass man sich nicht einmal mehr darauf verlassen kann, dass wenigstens die Grenzwerte eingehalten werden, so Hacker.

Das Umweltinstitut München fordert, dass Pilze regelmäßig und nicht nur stichprobenartig kontrolliert werden, um die Einhaltung des Grenzwerts so schärfer zu überwachen. Die radioaktive Belastung vor allem von Pilzen durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist ein europaweites Problem. Strahlende Pfifferlinge, befürchtet Christina Hacker, werden nicht nur in München verkauft.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Christina Hacker
Tel. (089) 30 77 49-11
chumweltinstitut.org

Informationen über das Umweltinstitut München finden Sie unter:
www.umweltinstitut.org/selbstdarstellung

Veröffentlicht von pressrelations

Quelle: Umweltinstitut München / pressrelations.de

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