Umweltminister Methling: Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Denkmalpflege in historischen Parkanlagen unerlässlich
Umweltminister Prof. Dr. Wolfgang Methling hat heute (24.06.2005) zum Abschluss der Rekultivierung der ehemaligen Doberbachniederung in der Klosteranlage Bad Doberan ein Grußwort gehalten.
Die Maßnahme wurde im Rahmen des Landesparkprogramms realisiert, das seit 1993 unter Federführung des Umweltministeriums gemeinsam mit den Parkeigentümern umgesetzt wird. Für die Wiederherstellung von historischen Parkanlagen stehen 378.000 Euro zur Verfügung – davon kommen 115.400 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), 66.400 Euro vom Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern und 196.200 Euro von den Parkeigentümern.
"Zu den bisher wichtigsten Ergebnissen des Landesparkprogramms", so der Minister in seinem Grußwort, "zählt der Nachweis, dass historische Parkanlagen eine hohe naturschutzfachliche Wertigkeit haben, weil in ihnen seltene Tier- und Pflanzenarten vorkommen, die außerhalb kaum noch oder gar nicht mehr zu finden sind. Von herausragender Bedeutung sind die Altbaumbestände sowie die Krautschicht. Letztere insbesondere in naturnahen historischen Parkanlagen, das heißt in jenen Anlagen, die seit 1945 einen Teil ihrer baulich-ästhetischen Originalsubstanz verloren haben und wo auch keine Pflege am Gehölzbestand erfolgte. Historische Parkanlagen sind somit nicht nur für die Denkmalpflege, sondern auch für den Naturschutz von besonderer Bedeutung. Eine frühzeitige fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Denkmalpflege und Naturschutz, so wie sie sich bei der Rekultivierung der Doberbachniederung bewährt hat, muss in allen historischen Parkanlagen angestrebt werden. Sie ist unerlässlich."
Die Auswahl der Klosteranlage Doberan erfolgte durch das Umweltministerium wegen seiner herausragenden Bedeutung für den Tourismus auf nationaler und internationaler Ebene. Ein wichtiges Ziel war die Erhaltung von seltenen Kulturreliktpflanzen in der Klosteranlage Doberan. Bei der Renaturierung der Niederungsfläche des ehemaligen Doberbaches wurden Kopfweiden sowie 38 zum Teil historisch belegte Pflanzenarten, beispielsweise die Schwanenblume, das echte Tausendgüldenkraut sowie die Schachblume, die Grüne Nieswurz und das Seifenkraut, gepflanzt. Weiterhin wurden in den Jahren 2004 und 2005 unter anderem großflächige Versiegelungen beseitigt, der historische Bachverlauf und der Durchgang zum angrenzenden Palaisgarten wieder hergestellt sowie die Schmutzwassereinleitung in den Klosterbereich unterbunden.
Für das 88.000 Euro teure Projekt stellten die DBU 67.000 Euro, das Umweltministerium M-V 5.000 Euro und die Stadt Bad Doberan 16.000 Euro zur Verfügung.
Minister Methling dankte allen, die sich an der Rekultivierung der Doberbachniederung in der Klosteranlage Doberan beteiligt haben, insbesondere der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für die langjährige und verlässliche Unterstützung des Landesparkprogramms in Mecklenburg-Vorpommern.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ca. 600 denkmalgeschützte Parkanlagen. Darunter befinden sich etwa 30 national bedeutsame kommunale und private Anlagen.
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um.mv-regierung.de V.i.S.d.P.: Ilona Stadler
Quelle: UMWELTMINISTERIUM MECKLENBURG-VORPOMMERN / pressrelations.de
24.06.2005 - 15:41 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 429 X