Keine Anhebung des Renteneintrittsalters
Zu den Forderungen von Professor Bert Ruerup nach einer Anhebung des Renteneintrittsalters erklaert der SPD-Bundestagsabgeordnete, Klaus Kirschner, Vorsitzender des Ausschusses fuer Gesundheit und Soziale Sicherung:
Die Forderung von Professor Ruerup, dem Vorsitzenden des Sachverstaendigenrates fuer die wirtschaftliche Entwicklung und des Sozialbeirats, das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre anzuheben, ist abwegig. Selbst, wenn dies erst zukuenftig und in Stufen erfolgen soll.
Die realen Verhaeltnisse auf dem Arbeitsmarkt machen es vielen Arbeitnehmern nicht moeglich, auch nur bis zum 65. Lebensalter erwerbstaetig zu sein. Der Zustand, dass ueber die Haelfte der Unternehmen keine Frau und keinen Mann ueber 55 Jahre beschaeftigt, ist unertraeglich. Ueber eine hoehere gesetzliche Altersgrenze kann erst dann entschieden werden, wenn die Arbeitswirklichkeit mit der gueltigen Rentenaltersgrenze uebereinstimmt.
Deshalb ist die Forderung zur Anhebung der gesetzlichen Rentenaltersgrenze im Klartext nichts anderes als der Versuch, durch die Hintertuer hoehere Rentenabschlaege und damit letztlich doch Rentenkuerzungen durchzusetzen.
Wenn heute schon 27 Versicherungsjahre beziehungsweise Rentenpunkte notwendig sind, um das soziooekonomische Existenzminimum zu erreichen, werden die Versicherten zunehmend die Frage stellen, wieso sie ueberhaupt noch Beitraege leisten sollen, wenn dabei kaum noch die Sozialhilfeschwelle ueberschritten wird?
Eine Anhebung der gesetzlichen Rentenaltersgrenze verkuerzt im Uebrigen die Bezugsdauer der unteren Einkommensgruppen, deren Lebenserwartung bei den Maennern um sechs Jahre und bei den Frauen um vier Jahre geringer ist gegenueber dem obersten Einkommensviertel. In Kombination mit weiteren Abschlaegen wuerde dies einer Teilenteignung gleichkommen.
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Quelle: SPD / pressrelations.de
24.06.2005 - 15:41 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 309 X
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