Walfang-Moratorium muss eingehalten werden
Zur 57. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission erklaert die zustaendige Berichterstatterin der AG Verbraucherschutz, Ernaehrung und Landwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion, Gabriele Hiller-Ohm:
Das Walfang-Moratorium bleibt erhalten. Dieses Ergebnis ist eine Erleichterung fuer alle, denen der Schutz der Meeressaeuger am Herzen liegt. Wale duerfen damit weiterhin nicht kommerziell gejagt werden - zumindest offiziell. Denn inoffiziell geht die Jagd - vor allem in Japan, Norwegen und Island - weiter. Und darin liegt die grosse Enttaeuschung ueber die Ergebnisse der diesjaehrigen Jahrestagung: Die Internationale Walfang-Kommission ist keinen Schritt weiter gekommen auf ihrem Weg zu einer "Walschutz"- Kommission.
Im Gegenteil: Die Stimmenmehrheit, die es in den vergangenen Jahren immer fuer die Walschutz-Laender gegeben hat, broeckelt. Waeren alle Walfang-Befuerworter bei allen Abstimmungen praesent gewesen, vielleicht waere diesmal bei verschiedenen Abstimmungen eine Mehrheit fuer den Walfang gelungen.
Dabei liegen die Fakten, die gegen den Walfang sprechen, klar auf dem Tisch. Wale sind vom Aussterben bedroht, es gibt auch keine Notwendigkeit fuer den so genannten "wissenschaftlichen" Walfang, und fuer die indigenen Voelker, die wirklich auf die Waljagd angewiesen sind, haben wir Ausnahmeregeln.
Eine Loesung des Konfliktes wird seit einigen Jahren in einer begrenzten Bejagung der Wale gesehen. Doch zwei gravierende Probleme stellen sich einer solchen Loesung in den Weg: Erstens gehen die wissenschaftlichen Erkenntnisse ueber die tatsaechliche weltweite Walpopulation weit auseinander. Zweitens sperren sich die Haupt-Walfanglaender gegen eine neutrale Kontrolle ihrer Fangmengen. Und eine solche Kontrolle waere unabdingbar fuer die Einfuehrung einer begrenzten Bejagung. Die Umweltverbaende praesentierten auf der diesjaehrigen IWC-Tagung eine Menge Beweise ueber manipulierte Fangzahlen. Zum Beispiel haetten drei der fuenf wichtigsten Walfangfirmen aus Japan zu wenige Wale gemeldet, in manchen Faellen sogar nur ein Drittel der wirklichen Faelle. Die Umweltorganisation PRO WILDLIFE spricht gar von 100.000 getoeteten Tieren, die nicht gemeldet worden seien.
Die Alternative einer begrenzten Bejagung existiert deshalb nicht und ein Beibehalten des Moratoriums ist dringend geboten. Wir appellieren an die Walfang-Nationen, sich kuenftig an das Walfang-Moratorium zu halten und an weiterfuehrenden Loesungen mitzuarbeiten. Sollten sich die destruktiven Verhaltensweisen einiger Laender in der IWC fortsetzen, so koennte dies auf absehbare Zeit zu einem Bruch der IWC fuehren. Und damit waere niemandem geholfen, denn der internationale Walschutz braucht auch ein internationales Gremium.
© 2005 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de
Quelle: SPD / pressrelations.de
24.06.2005 - 18:50 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 358 X