Wehe, wenn der Wirbel bricht
(djd/pt). Für die Morgentoilette geht jeden Tag locker eine Stunde drauf. Und auch andere alltägliche Dinge, wie Bügeln oder Staubsaugen, sind für Patienten mit Wirbelkörperbrüchen gar nicht oder nur mühsam zu bewältigen. Osteoporose - Knochenschwund - heißt die überaus schmerzhafte und bislang noch unterschätzte Volkskrankheit, die massiv in das Leben der Betroffenen eingreifen kann. Insgesamt sind es in Deutschland vier bis sechs Millionen Frauen und Männer, die unter einem erhöhten Knochenbruchrisiko leiden. Ist es erst einmal zu einem Bruch am Oberschenkelhals oder an einem Wirbel gekommen, wächst mit der physischen auch die psychische Belastung.
Denn mehr als die Hälfte der Betroffenen wissen gar nicht, was ihnen wirklich fehlt. Die Ärzte behandeln zumeist nur den akuten Bruch. Eine weitergehende Untersuchung der Ursachen und Maßnahmen zur Vermeidung eines fortschreitenden Knochenabbaus bleibt in den meisten Fällen aus. Aktuelle Registerdaten zur Versorgung von Patienten mit hüftgelenksnahen Frakturen und Unterarmfrakturen in 440 Akutkrankenhäusern und Rehabilitationskliniken belegen nur zu deutlich die Defizite bei der Diagnostik und Therapie dieser Stoffwechselkrankheit.
In der Zeit von April 2002 bis Mai 2003 wurde die Versorgung von rund 16.500 Patienten mit einem Bruch in der Nähe des Hüftgelenks oder des Unterarmes in einem Frakturregister dokumentiert. Im Schnitt waren die Patienten 75 Jahre alt, drei Viertel von ihnen waren Frauen. In den Akutkliniken zeigten sich deutliche Schwachstellen bei der Diagnose. So hatte bereits jeder vierte Patient schon früher eine Fraktur erlitten. Diagnostische Untersuchungen wie eine Knochendichtemessung, die zur Früherkennung der Osteoporose geeignet ist, wurden bei nicht einmal fünf Prozent der Befragten durchgeführt.
In den Rehabilitationskliniken sah es ähnlich aus. Von den rund 10.000 Befragten lag nur bei knapp jedem vierten die Diagnose Osteoporose vor, berichtet Professor Dr. Lutger Pientka. Ähnlich gravierende Mängel gab es auch in der Therapie. Bei der Aufnahme in die Rehabilitationskliniken wurden nicht einmal fünf Prozent der Patienten mit einer dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechenden Kombinationstherapie aus Calcium, Vitamin D und einem Bisphosphonat behandelt. Zum Zeitpunkt der Entlassung erhielt knapp jeder fünfte ein Bisphosphonat, das den Knochenabbau nachweislich hemmen und die verbliebene Knochensubstanz stärken kann.
Für die Osteoporosetherapie zugelassen ist beispielsweise der Wirkstoff Alendronat (Fosamax). Er ist nicht nur bei der Behandlung von Osteoporose bei Frauen und Männern wirksam, sondern wird seit kurzem auch speziell zur Therapie und Prävention der Osteoporose nach den Wechseljahren bei den besonders gefährdeten Patientinnen unter Kortisontherapie eingesetzt.
Kostenlose Informationen zum Themenkreis Osteoporose gibt es im Internet unter www.initiativegegenknochenschwund.de oder gebührenfrei unter Tel.: 0800-1771107.
Quelle: MSD Sharp & Dohme GmbH / pressetreff.de
02.01.2006 - 10:06 Quelle: pressetreff.de | Gelesen: 151 X

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