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Chemie-Unfall in Frankreich: Umweltminister Mörsdorf übt scharfe Kritik an französischem Chemieunternehmen




In scharfer Form hat der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf die französische Informationspolitik nach dem Chemie-Unfalll am vergangenen Freitag gerügt. So sei den saarländischen Behörden nicht mitgeteilt worden, dass offenbar erhebliche Mengen der Chemikalie Styrol in die Umwelt gelangt seien.

"Dies ist nicht akzeptabel", so Umweltminister Stefan Mörsdorf. "Hätten wir diese Information gehabt, wäre es möglich gewesen, die Bevölkerung beispielsweise per Lautsprecherwagen zu warnen und aufzufordern, Fenster und Türen geschlossen zu halten." Styrol ist eine leichtflüchtige Substanz, die die Atemwege stark reizt. Dem Vernehmen nach wurden durch den Ausfall eines Notstromaggregats im Störfallbetrieb mehrere Tonnen Styrol in die Luft frei gesetzt. Offizielle Informationen dazu liegen dem Umweltministerium bislang nicht vor. Das Umweltministerium sowie das Lagezentrum der Polizei waren zwar darüber informiert worden, dass es bei einem Unternehmen der Chemie-Plattform zu einem Stromausfall gekommen war. Diese Information wurde jedoch auf einem Formblatt als so genannte A-Meldung übermittelt, also als Zwischenfall von geringer Bedeutung und ohne Eilbedürftigkeit eingestuft. In der Meldung war lediglich die Rede davon, dass wegen eines Stromausfalls Kohlenwasserstoffe abgefackelt würden. Dies war von Anwohnern als schwarze Rauchwolke wahrzunehmen.

Dass zudem Styrol in erheblicher Menge in die Luft gelangte, wurde indes nicht mitgeteilt. Mörsdorf will die genauen Vorgänge des Chemieunfalls nun im Detail aufgeklärt wissen und hat ein entsprechendes Schreiben an die französischen Behörden gerichtet. Morgen wird sich das für die Chemieplattform zuständige Komitee C.L.I.C. (ComitÖ© local d’information et de concertation du bassin industriell de Saint-Avold) mit dem Vorfall beschäftigen. An der nichtöffentlichen Sitzung werden auch Vertreter des saarländischen Umweltministeriums teilnehmen. Ob im Anschluss daran eine Pressekonferenz stattfindet, ist bislang noch offen. Mörsdorf: "Wir sind mehr denn je an einer gutnachbarschaftlichen Kooperation interessiert. Voraussetzung dafür ist aber, dass man sich gegenseitig transparent, schnell und umfassend informiert."

 

Internet-Link zur Druckversion: http://www.saarland.de/prd/prd_drucken.htm?mid=7728

Rückfragen zum Inhalt unter mailto:presseUmweltsaarland.de Rückfragen bei techn. Problemen unter mailto:prdAdminlff.saarland.de



Quelle: MINISTERIUM FÜR UMWELT DES SAARLANDES / pressrelations.de

28.06.2005 - 20:57 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 293 X

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