Müller übergibt Arten- und Biotopschutzprogramm an Landeshauptstadt München
Für die Stadt München gibt es jetzt ein detailliertes Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP). Umweltstaatssekretärin Emilia Müller überreichte heute das umfangreiche naturschutzfachliche Konzept dem Bürgermeister der Landeshauptstadt München Hep Monatzeder. "München beherbergt eine erstaunliche Vielfalt an Arten und Lebensräumen. Im Stadtgebiet wurden 3.100 Pflanzen- und Tierarten und 782 Lebensräume erfasst und beschrieben. Diese genaue Bestandsaufnahme ermöglicht zielgenaue Vorschläge, wie diese biologische Vielfalt erhalten werden kann", betonte Müller bei der Vorstellung des Programms. "Im Vergleich zum ländlichen Raum sind die städtischen Freiflächen einem ungleich stärkeren Nutzungsdruck ausgesetzt. Die Erfordernisse des Arten- und Biotopschutzes müssen mit den Ansprüchen der Stadtbewohner zusammengeführt werden. Deshalb spielen auch die Bewertung von Bodenfunktionen, Kontaminationsrisiken für das Grundwasser, das Stadtklima oder das Naherholungspotenzial der Landschaft eine entscheidende Rolle", erläuterte die Staatssekretärin das Konzept.
Für alle Landkreise Bayerns und zahlreiche kreisfreie Kommunen liegen bereits die Arten- und Biotopschutzprogramme vor. Derzeit werden jährlich mehrere Bände aktualisiert und digitalisiert. "Die Digitalisierung der Daten und Flächen bringt eine erhebliche Arbeitserleichterung für die kommunale Planung. Per Mouse-Click kann der Naturschutz Berücksichtigung finden", erklärte Müller.
Das nun abgeschlossene ABSP für die Stadt München zeigt: Besonders schützenswerte Lebensräume sind die Bestände der Kalkhaiden, die letzten Refugien des Dachauer Mooses, die Isar mit den Au- und Hangleitenwäldern, sowie die Eichen-Hainbuchenbestände der Lohwälder. Großes Augenmerk muss dem Schutz der Arten gelten, die hier nur noch selten sind, wie bestimmte Laufkäufer, Tagfalter- oder Wildbienenarten. Gleiches gilt für Gartenrotschwanz, Idas-Bläuling, Blauflügelige Ödlandschrecke, die zwar in München noch relativ häufig vorkommen, aber im übrigen Bayern bereits sehr selten geworden sind. Dabei sichern die wenigen naturnahen Flächen über 80 Prozent der Artenvielfalt, wie naturnahe Wälder, Magerrasen, nährstoffarme Brachen, Feuchtgebietsreste, naturnahe Auenlebensräume an der Isar, Bäche, Nebengleisanlagen, Parks und Friedhöfe.
Das ABSP für München kann als CD-ROM gegen eine Schutzgebühr von 15? beim Bayerischen Landesamt für Umweltschutz ( absplfu.bayern.de ) bestellt werden. Weitere Infos zum bayernweiten ABSP unter http://www.natur.bayern.de in der Rubrik Arten- und Biotopschutz.
Weitere Informationen: http://www.natur.bayern.de
Quelle: BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT (STMUGV) / pressrelations.de
29.06.2005 - 17:19 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 269 X

RSS Feed