Europa leidet unter Trockenheit und Dürreschäden
Naturschutz bietet Vorsorge für TrockenzeitenBfN: Mehr Wasser in der Landschaft halten
Bonn, 30. Juni 2005: Anlässlich der zur Zeit herrschenden Hitze und Trockenheit in weiten Teilen Europas ruft das Bundesamt für Naturschutz (BfN) zu mehr Naturschutz auf. *Eine naturverträgli-che Land- und Forstwirtschaft sowie ein verstärkter Schutz unserer Flüsse, Auen, Feuchtgebiete und Moore bietet die beste Vorsorge für Trockenzeiten wie diese", sagte der BfN-Präsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann heute in Bonn.
Insbesondere intakte Auen, Moore und Feuchtgebiete erfüllen überlebensnotwendige Funktionen als Wasserspeicher. Diese Ökosysteme halten das Niederschlagswasser zurück und geben es in Trockenzeiten an die Landschaft ab," so der BfN-Präsident. Daher sei es notwendig, noch vorhandene natürliche Speicher zu erhalten und vor allem zerstörte ehemalige Auen, Moore und Feuchtgebiete zurück zu gewinnen. Hier habe der Naturschutz eine ganz wichtige Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte, übrigens auch mit Blick auf die naturverträgliche Hochwasservorsorge, denn Hochwasser und Trockenheit seien zwei Seiten der gleichen Medaille und diese Ökosysteme erfüllten beide Funktionen, erläuterte Professor Vogtmann.
Funktionierende Auen, Moore und Feuchtgebiete sind also wesentliche Voraussetzung für eine dauerhafte Wasserverfügbarkeit auch in Trockenperioden. Ein Blick auf die dramatische Trocken-heit in Spanien, Portugal, Italien und Frankreich verdeutlicht die Problematik: Geplanten Großpro-jekte wie Talsperren, Dämme und Kanäle zur Eindämmung des Trockenheitsproblem bieten keine naturverträglichen Lösungen. Aus früheren Fehlern anderer Länder werden nicht die richtigen Konsequenzen gezogen. In diesem Zusammenhang erinnerte das BfN daran, dass nur an die jeweilige Situation angepasste, naturverträgliche Lösungen eine dauerhafte Verbesserung der problematischen Situation herbeiführen könnten. *Ein solch gewaltiger technischer und finanzieller Aufwand schafft wieder nur neue Probleme wie Naturzerstörung, Wasserverteilungskämpfe und soziale Nöte. Effektiver, sparsamer und dauerhafter ist die Renaturierung der wasserspeichernden Ökosysteme, eine naturverträgliche Landnutzung sowie ein schonender Umgang mit der Natur", so Vogtmann.
Das Bundesamt für Naturschutz arbeitet seit langer Zeit an naturverträglichen Lösungen wie die Erhaltung oder Renaturierung von Feuchtgebieten und fördert deutschlandweit mehrere Projekte in dieser Richtung. *Diese Aktivitäten werden wir auch in Zukunft fortsetzen. Unsere Konzepte können dabei als Modell- und Signalprojekte für eine naturverträgliche und nachhaltige Daseins-vorsorge wirken", sagte BfN-Präsident Vogtmann.
Hinweis:
Im Jahr 2006 feiert das BfN und der amtliche Naturschutz seinen 100jährigen Geburtstag. Im Jahr 1906 wurde die erste *Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege" für Deutschland gegründet. In einer wechselvollen Geschichte wanderte die Naturschutzinstitution von Danzig über Berlin und Egestorf (Lüneburger Heide) nach Bonn.
Quelle: BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (BFN) / pressrelations.de
30.06.2005 - 16:30 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 287 X

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