Mehr als ein Techniker - Professor Hans-Jürgen Ebeling verabschiedet sich von enercity
Hannover, den 30. Juni 2005 - Technikern sagt man nach, sie seien knochentrockene Menschen. Auf Professor Dr.-Ing. Hans-Jürgen Ebeling (60) trifft dieses Vorurteil allerdings nicht zu. Der Technische Vorstand der Stadtwerke Hannover AG überzeugt seine Gesprächspartner mit Witz und Charme - seiner eigenen Aussage zum Trotz, dass "Ingenieure auch einfache Dinge kompliziert erklären können". Heute (30. Juni 2005) verlässt er nach 20 Jahren die Stadtwerke Hannover und übergibt sein Vorstandsamt an Nachfolger Harald Noske.
Wer ihm zugehört hat weiß, wie Professor Ebeling einen komplizierten technischen Sachverhalt erläutert: schlagfertig, gewürzt mit Wortwitz und Augenzwinkern - aber immer hoch kompetent übersetzt er komplexe Technik in die Sprache der nicht Eingeweihten. Und wird verstanden. Selbst vor fachfremden Inhalten muss er nicht zurückschrecken. So machte er sich im Frühjahr 2000 zum Vorreiter der Positiven Energie und präsentiert mit Nonchalance die neue Marke der Stadtwerke Hannover "enercity - Positive Energie". Unterstützt von 12.000 Primeln in rot und violett. Vielleicht fiel es ihm leicht, da er als vorausschauender Stratege auch jenseits der technischen Konzepte scharf analysiert und die sich bietenden Chancen erkennt. In einer anderen Welt
1985 wurde Professor Ebeling zum technischen Vorstand der Stadtwerke Hannover bestellt. Von Liberalisierung und den Wettbewerbsmärkten Strom und Erdgas noch keine Spur. Sein Verantwortungsbereich ist riesengroß; er selbst nennt ihn schlicht "interessant". Kraftwerke, Umspannwerke, Wasserwerke, Stromnetze, Rohrnetze, Abrechnung und Erdgas-Untergrundspeicher. Übergeordnet gehört auch der Umweltschutz dazu. Während seiner Amtszeit war er sehr "bewegend": Sechs alte Kraftwerksblöcke wurden stillgelegt, drei neue, hochmoderne gebaut - teilweise galten sie bei ihrer Einweihung als Benchmarks für die Branche. Damit hatten die Stadtwerke Hannover das Fundament für den Erfolg im liberalisierten Strommarkt gelegt: Während viele Kraftwerke in der Bundesrepublik ihre besten Jahre hinter sich haben und kurzfristig ersetzt werden müssen, kann enercity mit seinen leistungsfähigen Anlagen gelassen für die Zukunft planen und gleichzeitig so viel Strom produzieren wie nie.
Die Bereiche Erdgas, Wasser, Fernwärme und Strom führte Professor Ebeling Anfang der 90er Jahre zusammen. Erhebliche Synergiegewinne für die Stadtwerke Hannover waren der Erfolg - obwohl dieser Schritt seinerzeit auch Aufruhr bei den Belegschaften des Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerkes verursachte. Die teilweise über hundert Jahre alte Identifikationen als Gas-, Wasser- oder Elt-Werker fiel weg, ab jetzt waren alle einfach Stadtwerker. Aus heutiger Sicht eines kundenorientierten Energiedienstleisters sind die Befindlichkeiten kaum noch nachzuvollziehen - will doch der Kunde vor allem einen kompetenten Ansprechpartner für alle Fragen zur Energieversorgung. Vorbereitet auf die Zukunft
So sehr sich Professor Ebeling auf den Ruhestand im Kreise seiner Familie - und insbesondere auf die Gesellschaft seines kleinen Berliner Enkels Milan- freut: Ein wenig Wehmut schwingt mit. Denn die spannende und herausfordernde Phase des von der EU vorgeschriebenen Unbundlings der Netze vom Vertrieb hätte er gerne begleitet. Dies wird nun Aufgabe von Nachfolger Harald Noske sein - ein Mitarbeiter, der ihn seit zwanzig Jahren begleitet hat. Die Ausgangsbasis ist gut: Der Zustand der Netze und Anlagen ist von "ordentlicher Qualität" (Originalzitat Ebeling). Dokumentiert ist dies im von Professor Ebeling entwickelten und eingeführten Bewertungssystem: Das Wassernetz schneidet - in Schulnoten zensiert - mit einer "3-" immer noch befriedigend ab. Einen Grund zur Sorge gibt es also nicht. Und dies, obwohl es an manchen Stellen etwas älter ist: "Teilweise trinken Sie noch aus den gleichen Rohren wie Kaiser Wilhelm", kommentierte Ebeling die noch verbliebenen "historischen" Rohrabschnitte. Das Erdgasnetz glänzt sogar mit einer "2+". Weitere Anlagen stehen den Rohrnetzen in Nichts nach. So erhalten die Wasserwerke eine glatte "1"; die Kraftwerke eine "2+". Der mit "3-" bewertete Erdgasspeicher in Empelde wird sich durch die noch von Ebeling eingefädelte Kavernenerweiterung bald enorm verbessern. Ist es für Professor Ebeling nun der nahezu optimale Zeitpunkt, den Staffelstab zu übergeben? "Im Grunde ist es nie der richtige Moment zu gehen", antwortet Professor Ebeling nachdenklich. Schon gestern ein Manager von heute
Bereits zu Beginn seiner Karriere brachte Professor Ebeling alles mit, was heutzutage ein "Muss" einer Manager-Laufbahn ist:
Praktische Erfahrung: Lehre (heutzutage Ausbildung genannt) zum StarkstromelektrikerDoktortitel: Promotion als Doktor-Ing.Auslandserfahrung: im Auftrag der Salzgitter Industriebau GmbH im Nahen Osten und SüdostasienUmgang mit kommunalen Strukturen: städtischer Beamter in Diensten der Stadtwerke Solingen
Für Wissenschaft und Lehre engagierte sich Professor Ebeling seit 1993 im Fachgebiet Energiewirtschaft an der Universität Hannover. Natürlich liegt ihm besonders am Herzen, Praxiserfahrung aus Wirtschaft mit den wissenschaftlichen Aufgaben einer Hochschule zu vernetzen. Im Juli 2000 erhielt er den Professorentitel. Auch seine intensive und langjährige Mitarbeit in den Verbänden VDEW und VDN blieben nicht folgenlos: 2003 wählte der Verband der Netzbetreiber (VDN) Professor Ebeling zum Präsidenten.
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Quelle: STADTWERKE HANNOVER / pressrelations.de
30.06.2005 - 18:55 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 1583 X

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