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Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel: Schlaganfall-Vorbeuge mit Magnetresonanz

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel: Schlaganfall-Vorbeuge Magnetresonanz




06.07.2005 - Welche bedeutenden Fortschritte die moderne Medizintechnologie in der bildgebenden Diagnostik schafft, demonstriert das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Beispiel der Früherkennung von Schlaganfall-Risiken. So nutzt das hochmoderne Neurozentrum am Campus Kiel neuerdings einen leistungsstarken 3-Tesla Magnetresonanz-Tomographen von Philips für tiefe Einblicke ins menschliche Gehirn. "Damit können wir schon recht früh die Vorboten eines möglichen Hirninfarktes identifizieren und den Patienten vorbeugend behandeln", berichtet Prof. Olav Jansen (44), Leiter der Neuroradiologie. Gemeinsam mit der Neurochirurgie und Neurologie vereinen sich die drei Fächer zu einem in Deutschland bislang einzigartigen Neurozentrum. Planung und Umsetzung dieser integrierten Sektion erfolgten in enger Zusammenarbeit mit Philips.

Der Schlaganfall ist in den westlichen Industrieländern nach Herzinfarkt und Tumorerkrankungen die dritthäufigste Todesursache und häufigster Grund für Invalidität. Im Alter zwischen 55 und 64 Jahren erkranken jährlich etwa 300 von 100.000 Menschen neu an einem Hirninfarkt. Bei 65- bis 75-Jährigen steigt die Quote auf 800 pro 100.000 an. Männer – vor allem im höheren Alter – sind etwas häufiger betroffen als Frauen. In absoluten Zahlen erleiden jährlich in Deutschland schätzungsweise 150.000 Menschen einen Schlaganfall. Größte Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen und Übergewicht.

Das Land Schleswig-Holstein verzeichnet jährlich bis zu 8.000 Schlaganfälle; etwa jeder zehnte Patient kommt nach Kiel, das über das größte und modernste Neurozentrum im großen Umkreis verfügt. Die Patienten werden auf der speziellen Schlaganfalleinheit der Neurologischen Klinik versorgt. Diagnosen und interventionelle Behandlungen bei Hirninfarkten und Aneurysmen (Erweiterung einer Schlagader) bestimmen zum großen Teil die Arbeit der Neuroradiologen, die auch für Untersuchungen von Unfallopfern verantwortlich sind. Prof. Jansen: "In Zukunft wollen wir nicht nur akute Fälle versorgen, sondern auch Vorsorge-Untersuchungen anbieten. Wir denken über ein eigenes Schlaganfall-Präventions-Programm nach. Es dauert etwa 40 Minuten und würde neben der Anamnese sowie Blutbild und Ultraschall der Halsgefässe auch eine tiefgehende Gehirndarstellung mit dem neuen Achieva-Magnetresonanzsystem umfassen. Die aktuell höchste Magnetfeldstärke von 3-Tesla ermöglicht eine bislang unvorstellbare Detailgenauigkeit der Gefäße." Das weitsichtige Neurozentrum in Kiel würde diese wichtige Vorsorgeuntersuchung der Hirngefäße gern Menschen ab 50 Jahren auf breiter Ebene anbieten. Bislang bleibt sie weitgehend Selbstzahlern vorbehalten.

Weltweit einzigartige Systemkombination

Ein weiteres Prunkstück der Radiologie im Neurozentrum ist der erste Hypbridarbeitsplatz mit Katheter- und Magnetresonanz-Tomograph (XMR-Suite). Bei dieser bislang weltweit einmaligen Systemkombination von Philips haben die Techniker das Magnetfeld störungsfrei vom Angiographieraum abgeschirmt. Zugleich ermöglicht eine aufwendige Konstruktion die gleichzeitige Andockung des Patiententisches an beiden Systemen. Die sondergefertigte XMR-Suite eröffnet den Ärzten völlig neue Behandlungsformen. So können beispielsweise gleichzeitig Mikrokatheter unter angiographischer Kontrolle eingeführt und die Wiedereröffnung der Gefäße sofort mittels Magnetresonanz überwacht werden. Damit ist besonders auch die zuverlässige Durchblutungskontrolle nach Gefäßerweiterungen mit Carotis-Stents möglich. Die moderne neuroradiologische oder neurochirurgische Therapie von Hirngefäß­aussackungen (Aneurysmen) erfordert in manchen Fällen einen Probeverschluß von Hirngefäßen, deren Auswirkung auf die Hirndurchblutung mit der neuen Gerätekombination unmittelbar und besser als bislang erkennbar ist. Da beide Bildgebungs-Systeme durch eine Schiebetür getrennt sind, können sie aber auch unabhängig voneinander eingesetzt werden.

Während das 1,5 Tesla-System in Kombination mit dem Angiographie-System in der XMR-Suite eingesetzt wird und der 3.0 Tesla-Tomograph vornehmlich der Diagnostik und der Erforschung von Hirnerkrankungen dient, verfügt die Neurochirurgie als zweite Klinik in Europa über ein 1,5T MRT-Gerät speziell für den interaoperativen Einsatz sowie zwei hochwertige mobile C-Bögen. Der Kernspintomograph wurde bislang im Rahmen eines vom Bund unterstützten Forschungsvorhabens mit der Industrie getestet und weiterentwickelt. Hiermit ist, wie Prof. Maximilian Mehdorn, Direktor der neuro­chirurgischen Klinik erläutert, eine sofortige Erfolgskontrolle während Hirntumor-Operationen möglich. Zugleich verbessert und erleichtert diese Technologie neuro­chirurgische Eingriffe bei Erkrankungen wie Morbus Parkinson. Der speziell ausgestattete Operationssaal im Neurozentrum dient auch anderen Kliniken im Unternehmen. So werden hier beispielsweise auch minimalinvasive Eingriffe am Herzen weiter entwickelt.

Komplettiert wird das moderne Equipment im Kieler Neurozentrum durch einen modernen Computer-Tomographen sowie ein konventionelles Röntgensystem und leistungsfähige Arbeitsplätze (ViewForum-Workstations) für die diagnostische Auswertung der generierten Bilder, die elektronisch abrufbar sind und somit in allen Kliniken gleichzeitig betrachtet werden können.

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Quelle: PHILIPS / pressrelations.de

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