Die "Berliner Umschau" sprach mit Hüseyin Aydin, WASG-Beauftragter für Berlin
"Laßt uns gemeinsam handeln"
Auf dem Sonderparteitag der Berliner Wahlalternative WASG erlitt der Bundesvorstand der Partei eine schwere Niederlage. Der vom Vorstand eingesetzte „Beauftragte", der Bundestagsabgeordnete Hüseyin Aydin, wurde von der Mehrheit der Delegierten nicht akzeptiert. Die internetbasierte Tageszeitung „Berliner Umschau" (www.berlinerumschau.de) sprach mit Hüseyin Aydin, dem vom Bundesvorstand eingesetzten Beauftragen für Berlin.
Frage: Herr Aydin, Sie haben heute eine Niederlage erlitten. Das Landesschiedsgericht hat gegen Sie entschieden, die Deutliche Mehrheit zumindest der hier Anwesenden war gegen Sie. Sehen Sie ihre Mission jetzt als gescheitert an?
Aydin: (lacht) Im Gegenteil. Also meine Mission hier ist nicht gescheitert. Ich werde meine Arbeit, die ich bereits heute morgen aufgenommen habe, strukturiert fortsetzen. Ich werde mich bemühen, alle streitenden Parteien einzubeziehen, einschließlich derjenigen, die heute dagegen polemisieren. Das ist mein Ziel und das Landesschiedsgericht ist aus meiner Sicht gar nicht zuständig dafür, hier einen Persilschein auszustellen für das, was der Landesparteitag heute hier entscheidet.
Frage: Sie hatten zuvor schon ein paar versöhnliche Worte gesprochen, aber Sie haben ja deutlich gesehen, daß es hier eine starke Gruppe gibt, die fest entschlossen ist, an der Eigenkandidatur festzuhalten. Sehen Sie denn überhaupt noch eine Möglichkeit, hier einen Dialog zu führen?
Aydin: Ich glaube, der Landesvorstand in Berlin hat sich festgefahren und in eine bestimmte Position manövriert, aus der er nun nicht mehr herauskommt. Das ist das Problem des Landesvorstandes. Und deshalb wird der Landesvorstand alles tun - alles tun - um die Kandidatur aufrechtzuerhalten. Die Frage ist, ob die Mitgliedschaft dieser Partei das mit sich machen lassen wird. Ich habe nicht den Eindruck, daß die Delegierten hier die gesamte Partei abbilden. Wir haben hier über 800 Mitglieder und daher werde ich auch meinen Schwerpunkt in Richtung Mitgliederaktivierung setzen, um die Kampagnenfähigkeit herzustellen, damit diese Kampagnenfähigkeit nicht reduziert wird auf ein paar Leute. Wissen Sie, wenn man schon hingeht und eine Kanzlei beauftragt und diese Kanzlei sogar politisch auf eine anderen Ebene ein Interesse daran hat, daß diese WASG auch antritt, damit möglicherweise in Berlin eine schwarz-gelb-grüne Koalition zustande kommt .Es ist natürlich so, daß es im Moment eine ganze Menge Leute gibt, die auf eine eigenständige Kandidatur der WASG setzen, die populistisch dies propagiert - bis hin zur FAZ, deren Leser uns nicht wählen werden . Aber sie propagieren es, bis hin zum Wahlkampf, in dem sie spätestens nicht eine einzige Zeile über Linksparte und WASG schreiben werden. Und darum gibt es in diesem Land eine Interesse daran, daß eine gesamtdeutsche Linke nicht gestärkt hervorgeht. Ich glaube, sehr viele Kollegen in der WASG haben das nicht so verstanden und das müssen wir in sehr konstruktiver Weise miteinander austragen.
Frage: Wie geht es denn jetzt konkret in Berlin weiter? Sie werden die Wahlanzeige zurückziehen. Waren Sie schon im Landeswahlausschuß?
Aydin: Ich habe die Wahlanzeige schon zurückgezogen.
Frage. Es liegt also bei Herrn Schmidt von Puskas beides vor?
Aydin: Es liegt vor. Ich habe einen Boten hingeschickt.
Frage: Herr Aydin, können Sie sich als Ultima Ratio vorstellen, den Landesverband aufzulösen?
Aydin: Nein, es wird keine Auflösung des Landesverbandes geben.
Das vollständige Interview finden Sie unter http://www.rbi-aktuell.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=17&idart=7084
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17.05.2006 - 8:57 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 293 X