Veränderte Eiweiße für Lebensmittelallergiker: Klinische Studie liefert wichtige Informationen für Nahrungsmittelhersteller
Von Alexander Hauk
München (aha). Wertvolle Informationen für die Herstellung von Nahrung für Lebensmittelallergiker liefert eine Studie der Hautklinik am Biederstein der Technischen Universität (TU) in München. Dabei haben Mediziner der beteiligten Kliniken die Verträglichkeit von allergenreduzierten Lebensmitteln nachgewiesen. An den Untersuchungen haben rund 100 Lebensmittelallergiker teilgenommen, die auf Milch- und Eiprodukte sowie auf Fleisch reagieren. 25 von ihnen erhielten Lebensmittel mit veränderten Proteinen. „Lediglich zwei Probanden zeigten fragliche subjektive Reaktionen“, berichtet Studienleiter Prof. Johannes Ring.
Die für die Untersuchung verwendeten Eiweiße waren zuvor von Lebensmittelchemikern durch unterschiedliche Verfahren verändert worden. „Angewendet wurden physikalische Methoden wie Hitze und Druck sowie ein eiweißspaltendes Enzym“, so Ring. Die Verträglichkeit der Proteine wurde zunächst mit Hauttests geprüft. Später bekamen die Probanden Lebensmittel, wie zum Beispiel Sojabrei, in dem die veränderten Eiweiße enthalten waren.
„Kinder die auf unbehandeltes Hühnerei mit Atemnot, Hautausschlag oder Erbrechen reagierten, konnten das allergenreduzierte Nahrungsmittel problemlos genießen“, berichtet Ring. Noch stünden die Forschungen am Anfang. Bis die Proteine für die Nahrungsmittelherstellung verwendet werden könnten, seien weitere Studien notwendig.
Die Untersuchung ist Teil des REDALL-Projekts (Reduced Allergenicity of Processed Foods), das von Dr. Angelika Paschke von der Universität Hamburg koordiniert wird. An der Studie nehmen insgesamt 13 Kliniken, Forschungsinstitute und Lebensmittelhersteller aus sechs europäischen Ländern teil. Die EU fördert das Projekt mit drei Millionen Euro. Für die Allergietests in München war Dr. Knut Brockow verantwortlich.
In Deutschland leiden etwa fünf Prozent der Kinder an einer Lebensmittelallergie. Dabei reagiert der Körper allergisch auf körperfremde Eiweißsstoffe mit zum Beispiel Asthma, Ekzemen, Durchfall oder Erbrechen, im Extremfall auch mit einem anaphylaktischem Schock.
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Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Ring
Biedersteiner Straße 29, 80802 München
Tel: 089 4140-3170/3217, Fax: 089 4140-3171
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30.05.2006 - 14:55 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 140 X