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Schnappauf: Allgäuer Starkregen löste Erdbeben aus




München, 20. Juli 2005 - Der Starkregen der letzten Woche hat nicht nur Hochwasserschäden im bayerischen Alpenvorland in zweistelliger Millionenhöhe verursacht, sondern auch eine Serie von schwachen Erdbeben am Hochstaufen bei Bad Reichenhall ausgelöst. Diese überraschende Schlussfolgerung zog Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf heute in München nach Auswertung der Messergebnisse des Bayerischen Erdbebendienstes.

Der Starkregen der letzten Woche hat nicht nur Hochwasserschäden im bayerischen Alpenvorland in zweistelliger Millionenhöhe verursacht, sondern auch eine Serie von schwachen Erdbeben am Hochstaufen bei Bad Reichen-hall ausgelöst. Diese überraschende Schlussfolgerung zog Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf heute in München nach Auswertung der Messergebnisse des Bayerischen Erdbebendienstes. Schnappauf: "Erdbebenforscher vermuten seit längerem einen Zusammenhang zwischen Starkregen-Ereignissen und den Erdbebenschwärmen unter dem Hochstaufen. Doch erst mit dem Hochwasser in Reit im Winkl und Unterwössen wurde die Vermutung zur Gewissheit. Der Beweis ist in Fachkreisen eine kleine Sensation." Dank des äußerst empfindlichen Messnetzes des Bayerischen Erdbebendienstes wurden seit Freitagnachmittag über 30 schwache Erderschütterungen registriert. "Die meisten Beben sind so schwach, dass sie von der Bevölkerung nicht gespürt werden; sondern nur von den extrem empfindlichen Geräten der Seismologen?, so Schnappauf.

Der Bayerische Erdbebendienst ist ein Vorzeigeprojekt für die Kooperation zwischen Fachbehörden und Universität. Das Messnetz besteht aus 21 Messstationen. Zwei Gebiete in Bayern stehen dabei unter besonderer Beobachtung: Bei Bad Reichenhall am Hochstaufen und in der Gegend um Marktredwitz gibt es immer wieder sog. Schwarmbeben. Besonders der Hochstaufen ist nach den Worten des Leiters der zentralen Erdbebenwarte Prof. Heiner Igel ein einzigartiges Freiluft-Labor, das seinesgleichen im gesamten europäischen Alpenraum sucht. Der letzte große Erdbebenschwarm ereignete sich dort im August 2002 und bestand aus über 600 Mikroerdbeben. Damit den Forschern auch nicht die geringste Bewegung im Innern des Berges entgeht, werden derzeit zwei zusätzliche Messstationen aufgestellt, die das vorhandene Netz aus sechs Stationen weiter ergänzen. Darüber hinaus stehen Stationen im Fränkischen Jura, im Nördlinger Ries, in den nördlichen Alpen und in der Hohen Rhön.

Näheres unter http://www.erdbeben-in-bayern.de/.

Weitere Informationen: http://www.umweltpakt.bayern.de

Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz - www.stmugv.bayern.de



Quelle: BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT (STMUGV) / pressrelations.de

20.07.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 154 X