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Feuerbrünste künftig vermeiden - WWF fordert mehr Prävention statt Brandbekämpfung


Feuerbrünste künftig vermeiden

WWF fordert mehr Prävention statt Brandbekämpfung. Je "natürlicher" ein Wald, umso besser hält er einem Feuer stand.

Frankfurt, 20. Juli 2005 - Angesichts der aktuellen Waldbrände in Südeuropa und einer tragischen Feuersbrunst in Zentralspanien, der am vergangenen Wochenende elf Forstarbeiter zum Opfer fielen, fordert der WWF, dass die aufwändige und mitunter sogar lebensgefährliche Brandbekämpfung mittelfristig durch Präventivmaßnahmen zum Schutz der Wälder ersetzt wird. Nur so könnten weitere Feuersbrünste mit verheerenden Auswirkungen vermieden werden.

Der WWF schätzt, dass im Mittelmeerraum jedes Jahr rund 800.000 Hektar Wald verbrennen - eine Fläche, die der Größe Korsikas oder Kretas entspricht. Fast alle Brände werden nach Einschätzung von WWF-Forstexpertin Nina Griesshammer direkt oder indirekt durch Menschen verursacht – sei es durch bewusst gelegte oder fahrlässig verursachte Feuer. Diese entstehen meist bei hochsommerlichen Temperaturen und Trockenheit durch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel, Glasscherben oder Lagerfeuer. Nach Angaben des WWF sind allein in Spanien jedes Jahr schätzungsweise 160 Waldbrände auf Lagerfeuer zurückzuführen.

Nina Griesshammer: "Die verheerenden Auswirkungen der meisten Brände könnten gemildert werden, wenn die Wälder wieder in ihren natürlichen Zustand umgebaut würden. Je natürlicher ein Wald ist, umso weniger anfällig ist er für eine Feuersbrunst, wie wir sie in diesem Sommer in Südeuropa erleben." Statistiken belegen, dass die Intensität der Waldbrände in den vergangenen hundert Jahren deutlich gestiegen ist. Zwar gehören Waldbrände in vielen Regionen der Welt zum natürlichen Ablauf dazu. Doch überall dort, wo sie am falschen Ort, zur falschen Zeit, zu stark und zu häufig auftreten, stellen sie nach Ansicht des WWF eine ernsthafte Bedrohung für das gesamte Ökosystem Wald dar und verursachen Kosten in Milliardenhöhe.

Der WWF schlägt vor, möglichst den natürlichen Zustand aller Wälder zu bewahren und bei Wiederaufforstungen auf heimische Hölzer und Sträucher zu setzen. Diese seien wesentlich feuerfester und widerstandsfähiger als die zum Beispiel im Mittelmeerraum mittlerweile weit verbreiteten Eukalyptus-Monokulturen. Wo immer es möglich sei, sollte die Natur sich selbst regenerieren dürfen. Auch tote Bäume gehören nach Ansicht von Nina Griesshammer in jeden Wald. Sie tragen dazu bei, dass die Böden weniger austrocknen und sich ein Feuer nicht so schnell ausbreiten kann.

"Nach dem Brand ist vor dem Brand", warnt Nina Griesshammer. "Dass es in heißen Sommern brennt, lässt sich bei großer Hitze und Trockenheit kaum vermeiden. Aber die Forstwirtschaft und Regierungen können ganz sicher etwas tun, damit es nicht wieder zu solch schlimmen Ereignissen wie in diesem Sommer kommt."

Weitere Informationen erhalten Sie über www.wwf.de oder bei:

Nina Griesshammer, Fachbereich Wald WWF Deutschland, Tel.: 069/79144-194Jenni Glaser, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0421/6584618



Quelle: WWF / pressrelations.de

20.07.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 166 X

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