Zukunft des ländlichen Raums: GRÜNE fordern Neustrukturierung der Förderprogramme
Eine weitgehende Umstrukturierung der Förderprogramme für den ländlichen Raum hält die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für notwendig. "In manchen Regionen haben wir es bis zum Jahr 2050 mit einem Bevölkerungsrückgang von mehr als 50 Prozent zu tun. Durch Strukturveränderungen und demographischen Wandel kommen auf die ländlichen Gebiete große Probleme zu. Die Landesregierung hat die Tragweite der kommenden Veränderungen nicht erkannt. Es genügt nicht, darauf mit den alten Rezepten zu reagieren. Bisher wurde zu viel Geld in die Renovierung von Fassaden gesteckt und zu wenig in Köpfe und Arbeitsplätze investiert. Das muss sich ändern", fordert der für den ländlichen Raum zuständige Abgeordnete der GRÜNEN, Martin Häusling.
Nach den Vorstellungen der GRÜNEN muss die Landesregierung einen Aktionsplan erstellen, der die bisherigen Förderprogramme auswertet und überarbeitet. Am Beispiel des Dorferneuerungsprogramms hieße dies, dass in Regionen, in denen mit einem zweistelligen Bevölkerungsrückgang zu rechnen sei, wie dem Werra-Meißner-Kreis, Schwerpunkte gesetzt werden müssen. In erster Linie sollen nur noch Gemeinden gefördert werden, die ein Gesamtkonzept vorlegen und dabei mit Nachbargemeinden kooperieren. Auch soll es für Gemeinden, die Neubaugebiete ausweisen, kein Geld mehr aus dem Dorferneuerungsprogramm geben. Das Dorferneuerungsprogramm umfasste im Jahr 2004 knapp zehn Millionen Euro.
In der Bearbeitung der Programme wollen DIE GRÜNEN ebenfalls neue Wege gehen. So sollen die zu fördernden Projekte nicht mehr allein vom Ministerium, sondern in Abstimmung mit dem Regionalmanagement durchgeführt werden. Die Laufzeit der Projekte soll von zehn auf fünf Jahre verkürzt werden. Die Abläufe der Projekte können gestrafft und mehr Dörfer einbezogen werden. Zudem wollen DIE GRÜNEN in Zukunft wesentlich stärker die Möglichkeit eröffnen, private Projekte zu fördern.
"Wir müssen neue Wege gehen, die momentan noch nicht systematisch beschritten werden. Die einzelnen Programme werden bisher nur aneinandergereiht, die Handhabung ist sehr kompliziert. Es gibt zu wenig integrierte Programme, aber eine Zukunft gibt es nur, wenn Land- und Forstwirte, Handwerk, Bauunternehmen und lokale Wirtschaft zusammenarbeiten. Wie das funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Gemeinde Jühnde in Niedersachsen. Ausgangspunkt ist dort die Umstellung des Ortes auf eine eigenständige Energieversorgung. Die Landwirte werden dort zu Energieerzeugern und Energieversorgern. Wir schlagen vor, dass Hessen zehn Modellkommunen auswählt, in denen solche Projekte gestartet werden. Der ländliche Raum muss eine Zukunft haben", unterstreicht Martin Häusling.
Weitere Informationen finden sie unter: http://www.gruene-fraktion-hessen.de in der Rubrik Landwirtschaft und Wald
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Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN HESSEN / pressrelations.de
20.07.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 227 X