Jeden Tag ein neues Wort: 60 000 Schüler lernen mit dem Englischlehrer aus dem Internet
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Von Alexander Hauk, www.bayernnachrichten.de
Salgen (aha). Im Allgemeinen gilt Englisch als leicht zu lernende Sprache. Dennoch hält auch Englisch zahlreiche verbale Fettnäpfchen vor. Wer zum Beispiel einen erfolgreichen Unternehmer als einen „successful undertaker“ lobt, stößt vermutlich im besten Fall auf ein mitleidiges Lächeln. Ein „undertaker“ ist ein Leichenbestatter. Diesen und viele weitere Übersetzungsfehler möchte Paul Smith aus dem bayerischen Salgen (Kreis Unterallgäu) mit einer eigenen Internetseite bekämpfen. Inzwischen hat der gebürtige Engländer mehr als 60 000 „Schüler“.
Viele Deutsche Worte klingen im Englischen ähnlich und müssen nicht mal übersetzt werden, um sie verstehen zu können. So werden zum Beispiel aus der deutschen „Hand“ und dem „Finger“ im Englischen schlicht „hand“ und „finger“. Auch wenn einem Engländer das Wort „lips“ (deutsch: Lippen) über die selbigen kommt, dürfte er hierzulande auf Verständnis treffen. Bein ist allerdings nicht „bone“, sondern „leg“ und Körper heißt nicht „corpse“ sondern „body“. Corpse hingegebedeutet „Leiche“. „Stellen Sie sich vor, was es für eine Wirkung hätte, Ihrer Partnerin in einem romantischen Moment zuzuflüstern, sie habe „a lovely corpse““, sagt Paul Smith.
Seine Internetseite „One word a day“ hilft weltweit Menschen ihre Englischkenntnisse aufzubessern. Unter www.owad.de bekommen seine “Schüler” jeden Tag per Email ein englisches Wort zugeschickt, dessen Bedeutung und Verwendung anhand von Beispielen klar erklärt wird. In den vergangenen drei Jahren haben mehr als 60 000 Internetbenutzer diesen kostenlosen Service abonniert. „Unsere Internetseite ist eigentlich ein Nebenprodukt unserer Tätigkeit“, berichtet Smith.
Zusammen mit seiner Frau Helga betreibt der 54-Jährige das Beratungsunternehmen „PSA International“ mit Sitz in Salgen. Kunden sind fast ausschließlich Top-Manager großer und bekannter Unternehmen, mit deren Namen Paul Smith – typisch „british understatement“ – aber nicht werben möchte. Seine Geschäftspartner wollen in der Regel ihre Englischkenntnisse verbessern. Auch die passenden Umgangsformen bei Gesprächen und Verhandlungen mit internationalen Geschäftspaaren gehören zum Angebot des Ehepaares, das seine Seminare überwiegend in Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz abhält.
Paul und Helga Smith haben sich inzwischen mit ihrem Beratungsbüro einen Namen gemacht. In mehreren Fachzeitschriften erscheinen Kolumnen von Paul Smith.
In den vergangenen Jahren hat das Paar die häufigsten und kritischsten Übersetzungsfehler gesammelt und in ihrem Buch „On the backside please!“ (erschienen im Arcos Verlag, ISBN 3-935339-15-1) veröffentlicht. Der Titel zielt auf die Bitte vieler deutscher Unternehmer, an ihre Geschäftspartner ab, einen Vertrag auf der Rückseite zu unterschreiben. „Backside heißt allerdings Hintern“, erklärt Paul Smith. Korrekt müsste es „Please sign on the other side“ oder „Please sign on the reverse“ heißen.
(Internet: One word a day: www.owad.de)
Quelle: bayern-nachrichten.de / pressbot.net
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08.08.2006 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 506 X