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Konflikt um Atomkraft verschärft sich




ROBIN WOOD kritisiert Informationspolitik während der Atomtransporte von Rossendorf nach Ahaus

14.6.05 - Begleitet von massiven Protesten sind in der gestrigen Nacht die letzten sechs CASTOR-Be­hälter aus dem Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden ins Zwischenlager nach Ahaus gebracht worden. Gestern demonstrierten wieder Tausende in Ahaus, entlang der Strecke gab es zahlreiche Protestaktionen. Dabei richtete sich der Widerstand nicht allein gegen diesen sinnlosen und gefährlichen Transport, sondern grundsätzlich gegen die Nutzung der Atom­kraft. ROBIN WOOD unterstützt das Streiten für den sofortigen Atomausstieg und rechnet da­mit, dass sich der gesellschaftliche Konflikt um die Atomkraft im anstehenden Wahlkampf weiter zuspitzen wird.

Während der Transporte hatte die Polizei mehrfach behauptet, die Transporte liefen ohne Probleme und störungsfrei. Damit wurde in der Öffentlichkeit der falsche Eindruck erweckt, es gäbe keine Kritik an den Atom-Transporten.

Skandalös war auch die Informationspolitik des sächsischen Umweltministeriums, der atomrechtli­chen Aufsichtsbehörde. Trotz wiederholter Nachfragen verweigerte die Behörde gegenüber ROBIN WOOD Informationen über die Strahlenschutzvorkehrungen bei der Abwicklung der Transporte. Der Sprecherin des Umweltministeriums war nach eigenen Angaben nicht bekannt, wer bei den Trans­porten Strahlenschutzmessungen vorgenommen hat. Der Verein für Kernverfahrenstechnik und Ana­lytik Rossendorf (VKTA), der die Transportbereitstellungshalle in Rossendorf unterhält, mauerte ebenfalls und machte keine Angaben darüber, was die Messungen ergeben hätten. Die zuständige Sprecherin vertröstete mit den Worten: "Wir melden uns bei Ihnen, wenn wir wieder etwas mehr Zeit haben, aber sie können sicher sein, es ist alles in Ordnung. Sonst wäre ja nicht transportiert worden."

"Die Atomaufsicht in Sachsen agiert, als hätten die Betreiber von Atomanlagen die Kontaminationen der Behälter nie über Jahre vertuscht. Als hätte es die Verstöße gegen grundlegende Sicherheitsvor­schriften nie gegeben. Und als wäre die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nie passiert", sagt Bettina Dannheim, Energiereferentin bei ROBIN WOOD. "Diese Geheimniskrämerei kommt mir vor wie ein Rückschritt in die siebziger Jahren, als die gesundheitlichen Folgen radioaktiver Strahlung völlig ver­harmlost und Atomenergie als Heilsbringer bejubelt wurde."

Um weitere gefährliche und unsinnige Transporte zu vermeiden, fordert ROBIN WOOD den soforti­gen Ausstieg aus der Atomenergie. Das umfasst auch einen Ausstieg aus der Kernforschung - mit Ausnahme der Sicherheits- und Endlagerforschung. Sachsen aber setzt weiterhin auf eine atomare Zu­kunft. Am 22. März dieses Jahres hat die Technische Universität Dresden - von der breiten Öffent­lichkeit weitgehend unbemerkt - einen neuen Ausbildungsreaktor in Betrieb genommen.



Kontakt: Bettina Dannheim, Energiereferentin, Tel. 0171 / 835 95 15; Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presserobinwood.de http://www.robinwood.de/energie

14.06.2005 - 15:32 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 578 X

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