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Arthroserisiko am Knie mit neuem Gentest frühzeitig erkennbar: Acht Millionen Bundesbürger leiden unter der Verschleißerscheinung der Gelenke


Von Alexander Hauk

München (aha). Mit einem neuartigen Gentest können Mediziner ab sofort das Risiko einer künftigen Arthroseerkrankung am Knie einschätzen. Für die Untersuchung reichen nach Angaben der Gesellschaft für Prophylaktische Orthopädie (München) 2 bis 5 Milliliter Blut des Patienten aus. „Dabei wird in einem Speziallabor der Vitamin-D-Rezeptor untersucht“, sagte der Präsident der Gesellschaft, Dr. Heribert Konvalin, in München. Mit Hilfe dieses Ergebnisses können die Mediziner je nach Risikograd vorbeugende Maßnahmen ergreifen und Ratschläge gegen die Verschleißerscheinung der Gelenke geben.

Rund acht Millionen Deutsche leiden an Arthrose. Die häufigste Form der Krankheit ist die Kniegelenksarthrose. Anhand des neuen Gentests können Ärzte das Risiko einer künftigen Erkrankung und das einer Bandscheibenrückbildung abschätzen. „Bisher war eine Prognose nicht möglich“, sagte Konvalin. Der Mediziner empfiehlt eine frühzeitige Untersuchung: „Bereits vor dem zehnten Lebensjahr ist dieser Test sinnvoll.“ Rund 180 Euro müssen Patienten für die Untersuchung bezahlen. Die Kosten werden nach Angaben von Konvalin allerdings nicht von den Krankenkassen übernommen.

Arthrose kann überall im Körper entstehen, wo Knorpel vorhanden ist. Die Krankheit entwickelt sich immer nach dem gleichen Muster. In der Anfangsphase tritt ein Verlust der Elastizität des Gelenkknorpels ein. Im Spätstadium ist der Gelenkknorpel vollständig abgerieben. Dadurch reibt der freiliegende Knochen direkt auf dem Knochen der Gegenseite. Schmerzen, Entzündungen, Schwellungen, verminderte Belastbarkeit, Beweglichkeit und Arbeitsfähigkeit sind die Folge. „Auch die Lebensqualität sinkt deutlich“, sagte Konvalin.

Arthrose ist nicht heil-, aber behandelbar. Es gibt es eine Vielzahl von Therapien. Dr. Konvalin empfiehlt viel Bewegung: „Radfahren, Schwimmen und Gymnastik schonen die Gelenke.“ Bewährt haben sich auch Wärmebehandlung, Kneipp-Anwendungen, Magnetfeld- und Elektrotherapie. Eine deutliche Besserung der Beschwerden wurde auch mit der Injektion einer körpereigenen Knorpelschutz-Substanz in das Gelenk erzielt. Dabei werden rund 50 Milliliter Blut des Patienten in einem Labor aufbereitet und über mehrere Wochen hinweg in das betroffene Gelenk gespritzt. Medikamente können Schmerzen bisher lediglich lindern und die Beweglichkeitseinschränkung aufheben.

Quelle: bayern-nachrichten.de / pressbot.net

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11.09.2006 - 22:29 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 201 X