Wenn selbst das Halten einer Tasse zur Qual wird: Unterschiedliche Methoden bei der Behandlung von Tennis- und Golferellbogen
Von Alexander Hauk
München (aha). Selbst das Öffnen einer Flasche war für Vanessa K. eine Qual. Stundenlange monotone Computerarbeit hatte bei der Büroangestellten einen so genannten Tennisellbogen verursacht. „Normalerweise dauert eine Entzündung 6 bis 12 Wochen, allerdings können die Beschwerden chronisch werden“, sagte der Präsident der Gesellschaft für Prophylaktische Orthopädie, Dr. Heribert Konvalin, am Freitag in München. Vor allem der kräftige Faustschluss schmerzt. Diese Schmerzen können bis in den Unterarm oder die Hand ausstrahlen. Bei Vanessa K. war die Hand dadurch so schwach, dass sie nicht einmal mehr eine Kaffeetasse halten konnte.
Vor rund 100 Jahren haben Mediziner zum ersten Mal das Krankheitsbild identifiziert. Die Schmerzen gehen dabei nicht direkt vom Ellbogen aus, sondern von einer Sehne, die zur Handgelenks-Steckmuskulatur gehört. Bei Überlastung der Muskulatur kommt es zu einer schmerzhaften Reizung, beziehungsweise Entzündung, an der Außenseite des Ellbogens. „Dort, wo die Sehne am Knochen ansetzt“, berichtete der Mediziner. Ein ähnliches Krankheitsbild liegt auch beim „Golferellenbogen“ vor: „Im Gegensatz zum Tennisellbogen tritt der Schmerz und die Sehnenverspannung in der Innenseite des Ellbogens auf.“
Bei der Behandlung eines Tennisellbogens oder Golferarms kommen verschiedene Behandlungsmethoden in Frage. „Frühzeitig behandelt lassen sich Tennis- und Golferellbogen gut therapieren“, sagte Konvalin. Im Vordergrund steht zunächst einmal die Reduzierung der bisherigen Belastung. Die äußeren Unterarmstreckmuskeln, die durch den Schmerz meist in einer Dauerverkürzung sind, können mit einfachen Übungen sehr einfühlsam wieder gedehnt werden. Manschetten, Salben und Cortisoninjektionen lindern zudem die Schmerzen.
Gute Erfahrungen haben Mediziner auch mit einer Elektrostimulation gemacht, bei der ein Niederfrequenzgenerator eingesetzt wird. „Auch eine oberflächliche Kältetherapie mit einem bis zu –15 Grad kalten Luftstrom, warme Bäder oder die Bestrahlung mit wärmenden Rotlicht können Schmerzen lindern“, sagte Konvalin. Zum Einsatz kommen außerdem Ultraschallbehandlungen und Akupunktur. Bei Dauerbeschwerden muss in einigen Fällen operiert werden. „Die Streckmuskulatur wird vollständig vom Knochen abgetrennt und anschließend leicht versetzt locker angenäht.“ Dabei werden nach Angaben Konvalins auch sämtliche Nervenfasern durchtrennt: Damit sei die Schmerzempfindung dann aufgehoben.
Quelle: bayern-nachrichten.de / pressbot.net
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15.09.2006 - 22:31 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 402 X