Deutschland unter einer Ozonglocke
VCD: Endlich gleiche Grenzwerte für Benziner und Diesel
Berlin, 29.07.05: In fast ganz Deutschland werden heute Ozonwerte von über 120 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Diesen Wert, den viele Umweltmediziner bereits für gesundheitsgefährdend halten, fordert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) als Grenzwert.
Besonders dramatisch sieht es heute in Süddeutschland aus. In dem Gebiet, das Frankfurt/Main, Wiesbaden, Mainz, Stuttgart, Mannheim und Würzburg einschließt, werden Werte von über 180 Mikrogramm überschritten. Bei diesen Werten warnen die Behörden gemäß ihrer Informationspflicht gesundheitlich empfindliche Personen, im Freien anstrengende Tätigkeiten zu verrichten.
Da haben die Länder Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland Pfalz einiges zu tun. Das hessische Landesamt prognostiziert für heute Werte von über 220 Mikrogramm für Südhessen und Gebiete, die oberhalb von 350 m über dem Meeresspiegel liegen. *Jetzt ist es wieder mal so weit", konstatiert Hermann-Josef Vogt, Vorstandsmitglied des VCD. *Kinder sollen in die Garage, damit Autos draußen spielen können. Gesundheitlich empfindliche Personen sind vor allem Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Atemwegserkrankungen."
Ozon entsteht bei Sonnenschein und hohen Temperaturen durch chemische Reaktionen aus den Vorläufersubstanzen Stickoxide (NOx) und Kohlenwasserstoffe. Fast die Hälfte der Stickoxide kommt vom Straßenverkehr, hauptsächlich aus den Auspuffen von Dieselfahrzeugen. Diesel-Pkw dürfen bei den aktuellen Grenzwerten die dreifache Menge NOx auspusten wie Benziner. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, fordert: *An alle Pkw müssen gleiche Umweltanforderungen gestellt werden. Wir brauchen einen neuen Grenzwert Euro 5, der den Diesel auf das Niveau des Benziners bringt."
An die deutsche Autoindustrie appelliert Lottsiepen, *nicht wie beim Partikelfilter in ein neues Waterloo zu rutschen. Die Technik zur Reduzierung des NOx ist vorhanden, aber wie beim Partikelfilter ist es mit Toyota ein ausländischer Hersteller, der Diesel-Pkw mit einem NOx-Kat auf den Markt bringt." Im Jahr 2010 tritt die zweite Stufe der EU-Luftqualitätsrichtlinie in Kraft. Sie sieht vor, die Grenzwerte für Feinstaub zu verschärfen und Grenzwerte für NOx einzuführen. *Es besteht die Gefahr, dass Kommunen und Autoindustrie wie beim Feinstaub auch diesen Termin verschlafen", so Lottsiepen.
Bei Rückfragen:VCD Pressestelle, Fon 030/280351-12, Fax 030/280351-10, Mobil 0171/6052409, E-Mail pressevcd.org Internet www.vcd.org .
Quelle: VCD - VERKEHRSCLUB DEUTSCHLAND / pressrelations.de
29.07.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 129 X

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