Auszubildende muessen faire Verguetung erhalten
01. August 2005 - Zu den Forderungen nach Kuerzung der Verguetung fuer Auszubildende erklaert die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Nicolette Kressl:
Nach den Vorstellungen in der Wirtschaft sollen Auszubildende nur noch 270 Euro monatlich erhalten. Das ist noch nicht einmal die Haelfte der im Jahr 2004 gezahlten durchschnittlichen Ausbildungsverguetung von rund 570 Euro. Die Ausbildungsverguetungen werden grundsaetzlich von den Sozialpartnern in den jeweiligen Tarifvertraegen vereinbart.
Verwunderlich ist, dass dieser Vorschlag von dem als besonnen geltenden Praesidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, stammt. Welchen Bezug zur Realitaet haben eigentlich unsere Wirtschaftsvertreter? Glauben sie wirklich, dass beispielsweise ein 18-jaehriger Jugendlicher mit 270 Euro im Monat auskommen kann? Soviel kostet allein schon ein Zimmer in einer WG. Eine solch niedrige Verguetung wuerde die Jugendlichen dazu zwingen, im Elternhaus zu wohnen. Gleichzeitig wird aber von den Jugendlichen Flexibilitaet und Mobilitaet erwartet. Vor allem Jugendliche aus den neuen Bundeslaendern beweisen Mobilitaet und absolvieren ihre Ausbildung in Muenchen, Stuttgart oder Frankfurt.
Wenn die Wirtschaft argumentiert, dass die Ausbildungskosten zu hoch seien, so uebersieht sie den Nutzen der Auszubildenden fuer den Betrieb. Bereits im Jahr 2002 hat sich das Bundesinstitut fuer Berufsbildung (BiBB) in einem umfangreichen Forschungsprojekt mit den Kosten und dem Nutzen einer dualen beruflichen Ausbildung auseinandergesetzt. Ergebnis: Die Berufsausbildung rechnet sich. Werden Nutzen und Kosten der beruflichen Bildung fuer den Betrieb gegenuebergestellt, so ergibt sich klar eine positive Bilanz. Insofern erweist sich das Angebot eines Ausbildungsplatzes fuer den Unternehmer in aller Regel als eine rentable und lohnende Investitionsentscheidung. Dies mag ein Grund sein, warum der Zentralverband des Deutschen Handwerks die vom DIHK vorgeschlagene Kuerzung der Lehrlingsgehaelter nicht fuer machbar haelt.
Allerdings befindet sich Herr Braun in einer Linie mit der CDU/CSU, der die Verguetung der Auszubildenden ebenso zu hoch ist, die aber Zahlen meidet. Im Wahlprogramm der Union steht: "Ziel muss sein, hoehere Freiraeume bei der Lehrlingsverguetung zu schaffen, damit sich Ausbildung fuer die Betriebe wieder rechnet." Von den Jugendlichen verlangt die Union Einschraenkungen, aber zu der Verantwortung der Betriebe fuer die Ausbildung ihres Nachwuchses faellt ihr nichts ein.
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Quelle: SPD / pressrelations.de
01.08.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 110 X

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