Indonesisches Forstministerium überprüft Konzessionen für Kahlschlag des Regenwaldes
ROBIN WOOD fordert Urwaldschutzgesetz
Das indonesische Forstministerium überprüft zur Zeit, ob bei der Vergabe von Konzessionen zur Umwandlung von Regenwald in Plantagen auf Sumatra Gesetze zum Schutz des Waldes missachtet worden sind. ROBIN WOOD unterstützt die Forderung indonesischer Umweltorganisationen nach einem Moratorium für den Kahlschlag und fordert den deutschen Handel auf, auf Holzprodukte aus Indonesien zu verzichten, bis dort dem Raubbau am Regenwald Einhalt geboten worden ist. Außerdem hält ROBIN WOOD es für dringend erforderlich, dass nach den Neuwahlen in Deutschland rasch das geplante Urwaldschutzgesetz verabschiedet wird.
Kein Land der Welt verliert jährlich mehr Waldfläche als Indonesien. Die Insel Sumatra ist bereits fast komplett entwaldet. Allein in der Provinz Riau sind zwischen 1982 und 2004 knapp 35.000 Quadratkilometer Regenwald vernichtet worden. Das entspricht etwa der Fläche Nordrhein-Westfalens. Hauptverantwortlich sind Papier- und Holzindustrie, allen voran die Konzerne APP und APRIL, die seit über zehn Jahren den Regenwald Sumatras zu Zellstoff und Papier verarbeiten. Mit dem Wald verschwindet die Lebensgrundlage für einen Großteil der Bevölkerung. Sumatra-Elefant und Sumatra-Tiger sind vom Aussterben bedroht.
In der Provinz Riau haben 34 Unternehmen die Erlaubnis erhalten, insgesamt 289.809 Hektar Wald kahl zu schlagen und in Monokulturen umzuwandeln. Mit dem eingeschlagenen Holz beliefern sie die Zellstoff- und Papierfabriken von APP und APRIL. Gesetze zum Schutz des Waldes werden von den Distrikt-Gouverneuren bei der Vergabe der Konzessionen schlicht ignoriert. Die Vergabe solcher Genehmigungen wird durch Korruption angetrieben, die in Indonesien besonders verbreitet ist. Nach einem Ranking von Transparency International zählt die Hauptstadt der Provinz Riau zu den korruptesten in Indonesien.
Das Bündnis "Eyes on the forest" – gegründet von den Umweltorganisationen WWF Indonesien, Walhi und Jikalahari – fordert nun einen sofortigen Einschlag-Stopp in Riau. ROBIN WOOD unterstützt diesen Appell und fordert den Handel in Deutschland dazu auf, keine Geschäfte mehr mit Konzernen zu machen, die für den Raubbau im Regenwald verantwortlich sind. ROBIN WOOD hat bereits erreicht, dass Karstadt, die Metro-Gruppe sowie McPaper und Deutsche Post Papier von APP bzw. APRIL aus dem Sortiment genommen haben. Die Hamburger Papier Union bezieht hingegen – trotz öffentlicher Proteste - weiterhin Papier von APRIL. Andere Unternehmen wie der Papierhändler Hinderer aus dem nordrhein-westfälischen Meerbusch halten an dem Handel mit Papier von APP fest.
Nach Darstellung des Bundesamtes für Naturschutzes erfolgen 73 Prozent des Holzeinschlages in Indonesien illegal. Hochgerechnet gelangen Holz und Holzprodukte illegaler Herkunft aus Indonesien mit einem Wert von 277 Millionen Euro in den deutschen Handel. Jens Wieting, Tropenwald-Experte bei ROBIN WOOD mahnt Konsequenzen an: "Nach den Neuwahlen im September muss die Bundesregierung rasch das geplante Urwaldschutzgesetz verabschieden, das Geschäfte auf Kosten der letzten Urwälder unter Strafte stellt."
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, mailto:presserobinwood.de
Die Sumatra-Recherche von ROBIN WOOD sowie den Aufruf an Papierhandel und Industrie für Umwelt- und Sozialstandards finden Sie unter: http://www.robinwood.de/raubbaupapier
Recherchen und Erklärungen von "Eyes on the forest" gibt es unter: www.eyesontheforest.or.id
Quelle: ROBIN WOOD / pressrelations.de
03.08.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 318 X

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